mit Mühe durch eine unserer Ulanenpatrouillen zurückgehaltenen jungen
Vaterlandsverteidiger waren für Truppen gehalten worden, die zu unsrer
Unterstützung herbeigeeilt seien; nur ihrem unvermuteten Erscheinen hatten
wir den uns sehr erwünschten Abbruch des Gefechts von seiten des Feindes
zu verdanken. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
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Dder 2. August 1870.
Da, am 2. Uugust, setzten sich die Franzosen in Bewegung. Es war
an einem Dienstag in früher Morgenstunde. helleuchtend war die Sonne
hinter den St. Johanner Bergen aufgestiegen, als wir, verschiedene
Kameraden und ich, uns auf den Weg nach dem Cxerzierplatz machten.
Wir waren kaum auf halbem Weg, da kam ein Ulan oben von der Feld—
wache angesprengt, um zu melden, daß der Feind in der Stärke von
mehreren Regimentern von der Spicherer Hhöhe herunterkomme. Anstatt
nun umzukehren, bemächtigte sich unsrer ein unwiderstehlicher Drang, die
Franzosen von Angesicht zu sehen. Inzwischen war hauptmann v. Rosen
mit der 7. Kompagnie herbeigeeilt, um die Feldwache an der Bellevue zu
berstärken. Nun ging es mit Sturmschritten hinter den Soldaten her hinauf
auf den Exerzierplatz. Dort angekommen, bot sich uns ein prächtiges
Sschauspiel. Das ganze Tal zwischen dem Exerzierplatz und der Spicherer
höhe war mit französischen Truppen angefüllt. Voraus zogen dichte
Schützenlinien, Mann an Mann, dahinter Kompagnien aus zwei Gliedern,
dann geschlossene Bataillone mit funkelnden Adlern. Die Waffen blitzten
im Sonnenscheine, die Trommler rührten die Trommeln, die Kegimentsmusik
spielte, und immer neue Massen traten hervor aus dem Walde am Spicherer
Berg. Doch es war kaum Seit, das glänzende Schauspiel anzusehen. Schon
pfiffen die ersten Kugeln heran, und es war die höchste Zeit, uns aus dem
staub zu machen. Überdies war es Zeit zur Schule. Im Trab ging es
daher die Metzerstraße hinunter, und in kaum einer Viertelstunde waren
wir unten und kamen gerade recht, als es zum ersten male im Gymnasium
läutete.
Doch bald darauf, nach halb 11 Uhr vormittags, ging es wie ein
Cauffeuer durch die Stadt, die Franzosen seien wirklich im Anzug. Gegen
halb 11 Uhr hörten wir das erste Gewehrgeknatter, es kam immer näher.
Jetzt fielen schon einzelne Kugeln auf die benachbarten Dächer, so daß die
Siegel in Stüchken auf die Straße fielen, und der Kalk von den Mauern
der häuser spritzte. Da prasselten auch schon Kugeln auf das Dach des
Gymnasiums. Plötzlich hörten wir in der Quinta nebenan einen Hheidenlärm.
Dort war durch das nach Süden gelegene Fenster, an dem zufällig der