in Forbach seinen Wohnsitz gehabt und sich im Gefolge des französischen
Kaisers befunden habe. herr B. habe in der Nähe von Forbach eine
Fabrik besessen, die er im Jahre 1875, als er nach Frankreich ausgewandert
sei, verbauft habe. Bei Gelegenheit des Ankaufs von Maschinen aus dieser
Fabrik sei herr Willing mit dem früheren Capitaine de la garde mobile
bekannt geworden. Schließlich teilte mir Herr Pfarrer Superintendent
Cichnock (gestorben zu Kreuznach am 31. Juli 1910) mit, daß die frühere
Wirtin der alten „Goldenen Bremm“ ihm gesagt, daß sie selbst mit Kaiser
lapoleon gesprochen habe. Letzterer sei mit seinem Sohne am 2. August
von Forbach her in einem offenen Wagen auf der Bremm angekommen,
sei nach Einnahme einer Erfrischung mit seinem Sohne zu Pferde gestiegen
und mit Gefolge auf den Exerzierplatz geritten.
Auf die „Bellevue“ zog es uns Jungen trotz des Verbotes mit unwider⸗
stehlicher Gewalt. Man konnte zwar, wenn die Franzosen von den Spicherer
höhen zu uns herüberschossen, gedeckt hinter den Pappelbäumen stehen,
indessen mußte man, um dahin zu gelangen, ein gutes Stück Weg über
die ungeschützte Sandfläche laufen.
Das taten wir mit kühner Todesverachtung, und wenn auch hie und
da eine Kugel über unsere Köpfe hinwegpfiff, die meisten von uns achteten
die Kunst der Chassepotschützen nicht hoch. Der oben bereits erwähnte
Kobert Kliever, der uns mit seinem Alarmruf in der Schule einige freie
Stunden verschafft hatte (Kliever ging später zur See und ist verschollen),
lehnte sich gleichgültig an eine Pappel, spähte mit einem Fernrohr
nach der Grenze hinüber auf den Spicherer Berg und sah dem Kriegsschauspiel
wie einem friedlichen Manöver in aller Gemütsruhe zu, indem
er gleichmütig im Saarbrücker Dialekt bemerkte: „Die dumme Franzose,
die treffe jo nix!“ Raum waren jedoch diese Worte dem Gehege seiner
Zzähne entflohen, als eine Kugel dicht neben ihm einschlug, und von dem
trockenen Sandboden der heißen Julisonne Staubwölkchen in die CLuft
wirbelten. Man wurde schließlich etwas vorsichtiger; doch als eine stärkere
Patrouille unter FSührung eines Offiziers von der Bellevue gegen die
Folsterhöhe vorging, wo in der Schlacht bei Spichern am 6. HRugust die
deutsche Artillerie lag und mit ihrer enormen Treffsicherheit in die linke
Flanke der Franzosen wirksam hineinpfefferte, hatten wir die größte Lust
uns anzuschließen. Da sprengte ein Offizier heran und rief: „Die Jungens
zurück!“ Doch etliche Wagehälse ließen sich durch diesen Zuruf keineswegs
zurücktreiben. Unter diesen war auch einer der unternehmendsten meiner
Mitschüler, der bereits erwähnte Tertianer Rarl Röchling, der vielleicht
schon damals auf den Schlachtfeldern in der Umgegend von Saarbrücken
seine ersten Studien machte.