Idiotikon (Sammlung Saarbrücker mundartlicher Wörter und Redens—
arten). Leider kam Oberlehrer Schwalb nicht über den Anfang hinaus,
denn seine uferlosen ethymologischen Untersuchungen, oder, wie er sich aus⸗
drückte: „Die Rückweisung der Wörter auf den Zusammenhang der gemein—
samen Quelle“ hatten ihn an der Förderung des Werkes verhindert. Erst
im Jahre 1892 wurde im historischen Verein in einem Vortrag über die
Saarbrücker Mundart von Professor Glabbach der Gegenstand wieder auf—
gegriffen. Der Aufforderung zur Sammlung mundartlicher Redensarten
und Husdrücke durch Einsendung an die inzwischen gebildete Kommission
des historischen Vereins bestehend aus den herren Glabbach, als Vorsitzen⸗
den, Gustav Adolf Bruch und Superintendent Pfarrer Lichnock, wurde in
reichlichem Maße entsprochen und in den Zeitungen bis zum Buchstaben
M veröffentlicht, der Rest der Sammlung wurde dann nach dem Wegzug
des herrn Glabbach, der seine Sammlung herrn Lichnock übergab, von
ihm und herrn Schön in der Saarbrücker Seitung abgedruckt.
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Das Saarbrücker Gymnasium gegen Ende der 50er Jahre und die
erste Schulfeier für unsern Kaiser.
Von Gymnasialdirektor Prof. Dr. F. Fa ut h in Hörter. (P)
Unser Berichterstatter über das Gymnasium gegen Ende der 50er
Jahre ist der verstorbene Gymnasialdirektor Fauth in hörter, der im Jahre
1861 Abiturient des Gymnasiums war.
In Preußen regierte seit Oktober 1857 der Bruder des Rönigs, Prinz
Wilhelm, zuerst in einer Art Stellvertretung, dann als Regent, und als
am 2. Jan. 1861 sein erkrankter Bruder starb, als König Wilhelm J.,
„jeder Soll ein König“, von ebenso großer äußerer Einfachheit wie innerer
Schlichtheit und Seelengröße.
Unvergeßlich — sagt Dr. Fauth — war uns Gymnasiasten der 25. Mai
1860. An diesem Tage zog das Gymnasium in festlichem Zuge an dem
Prinzregenten von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm J. vorbei, der
damals zur Einweihung der Rhein-Nahe-Bahn in Saarbrücken weilte und
die erregten Gemüter durch die Versicherung beruhigte, daß eine abermalige
Trennung der Stadt vom Vaterlande mit seinem Willen niemals statt⸗
finden werde, und daß er niemals zugeben werde, daß auch nur ein Fuß
breit deutscher Boden verloren gehe.
Diese Worte, von tiefem sittlichem Ernste durchweht, wurden damals
gleichsam als Frühlingsgruß mit Begeisterung von dem gesamten deutschen
Volke aufgenommen und verfehlten selbstverständlich des Cindrucks auf