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besitzer aller Nassau-Saarbrück'schen CLande diesseits und jenseits des Rheines:
Saarbrücken, Ottweiler, Saarwerden, Kirchheim und Weilburg; 1608 fielen
ihm auch die CLande Wiesbaden-Jdstein zu, so daß er den gesamten Besitz
des Walramischen Stammes in seiner Hand vereinigte. Auch die Schule
erwachte in seiner Regierungszeit zu neuem Leben. In den Sommer des
Jahres 1604 fällt der feierliche Rinweihungsakt des Gymnasiums, wie
die Cateinschule von da ab hieß. Über diese Feier wurde von den beiden
Schulvisitatoren eine besonders abgefaßte Festrede zum Einweihungsakt
der Nassau-Saarbrücker Schule veröffentlicht. Panegyricus scholae continens
inaugurationis actum.) Huf der Rückseite des Titelblattes stand
eine langatmige lateinische Widmung an den erlauchten, erhabenen herrn
Cudwig, Grafen von Nassau-Saarbrücken und Saarwerden, den Vater des
VDaterlandes, den Mäcenas der Musen, den Beschützer der Kirche, den besten,
mildesten und verehrungswürdigsten Herrscher. Diese Widmung erwiderte
der Graf mit einer ebenso pompösen Rede in lateinischer Sprache, in
welcher er die Herren Väter der Stadt „die klügsten und unbescholtensten
Ratsherrn“ (viros senatorii ordinis prudentissimos et integerrimos) und
die Einwohner der beiden Städte St. Johann und Saarbrücken die pietät—
vollen Humanitätsstudien liebenden Bürger nennt (cives utriusque civitatis
Saraeponti et S. Johannis pietatis et humanitatis studia amantes) und
die neue Schule ihrem Wohlwollen empfahl.
Die Anstalt teilte getreulich die ferneren mannigfaltigen Schicksale Saar⸗
brückens. Ihrem Verfall im dreißigjährigen Krieg folgte ihr abermaliges
Wiederaufblühen unter dem Fürsten Wilhelm Heinrich (1741 - 1768), in
dessen Regierungszeit im Jahre 1749 der neue „Wilhelmsbau“ fällt, (das
alte Schulgebäude am Eingang der Altenneugasse, in dem über 170 Jahre
unterrichtet worden war, war inzwischen baufällig geworden) es kamen
endlich die mannigfachen Erlebnisse im siebenjährigen Kriege, in der
französischen Revolutionszeit, in welcher die zügellosen feindlichen Banden
in die Stadt eindrangen und das fürstliche Schloß verbrannten, die darauf
folgende mehr als zwanzigjährige Franzosenherrschaft, in der das Gym⸗
nasium zu einer französischen Sekundärschule (cole séecondaire) herabsank,
und die endgültige Umwandlung der Anstalt in ein königliches preußisches
Gymnasium im Jahre 1815 unter Direktor hildebrand.
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Sssaarbrücken während der Franzosenherrschaft.
Von den Leiden, welche die erste französische Revolution über Saar—⸗
brücken gebracht hat, erzählt man sich heute noch im Volke. Es ist noch
nicht gar so lange her, daß die alte Brücke über die Saar dem forschenden
suge noch die Spuren der ehemaligen Sprengung der Franzosen zeigte.