„Wir werden wieder Brüder
Und eh' wir's uns versehen wieder
Die fest vereinten Deutschen sein.“
Doch die Dichtungen Klopstocks, des Sängers des Vaterlandes und der
Religion, sowie die der anderen Dichter blieben noch lange unbeachtet.
E
die Geschichte des Gymnasiums zu Saarbrücken
bis zum Jahre 1815.
Bevor wir unsern ersten Gymnasiasten erzählend einführen, ist es
unsere Pflicht, jener ehrwürdigen Anstalt zu gedenken, die im Jahre 1904
ihr z00 jähriges Jubiläum feierte. Wir meinen das Saarbrücker Gymnasium,
das unsere frische, fröhliche, für alles Gute empfängliche Jugend heranbildete
und es seit den allerfrühesten Zeiten trotz Franzosenherrschaft verstanden
hat, seinen Schülern das Bewußtsein ihrer Pflichterfüllung einzupflanzen
und sie mit wahrhaft vaterländischem Geiste zu erfüllen, der nicht bloß in
den Jahren 1870/771, sondern schon in früheren Seiten stets herrliche Früchte
der Vaterlandsliebe gezeitigt hat.
Eine zusammenhängende Darstellung der Geschichte des Gymnasiums
zu Saarbrücken von seinem Entstehen bis auf die neueste Zeit besitzen wir
erst von Prof. Ruppersberg, Oberlehrer des Gymnasiums zu Saarbrücken.
Sein Buch: Das Gymnasium zu Saarbrücken (1604 — 1904), dem wir
einige unserer Angaben entnommen, wurde von ihm im Jahre 1904 verfaßt
aus Anlaß der 300jährigen Jubelfeier der Anstalt, an welcher er schon
nahezu 30 Jahre unterrichtet.
Als Quellenmaterial dienten ihm die Beiträge der früheren Direktoren
des Gymnasiums, Belzer, Simmermann, Peter, Hollenberg und die Jahres⸗
berichte vom Jahre 1825 ab, die das Gymnasium betreffenden Akten der
Rgl. Regierung zu Trier und des Agl. Propinzialschul-Kollegiums zu Koblenz,
sowie die Akten des Gymnasiums und des Stiftsarchivs zu St. Arnual
und andere Werke der Pädagogik und des deutschen Unterrichtswesens im
Mittelalter und in der Neuzeit.
Wenn auch die Gründungszeit des eigentlichen Gymnasiums erst vom
Jahre 1604 an zählt, so hat doch schon im XIII. Jahrhundert in Saarbrücken
eine lateinische Schule bestanden.
Der kirchliche Mittelpunkt für Saarbrücken war das Augustiner Chor⸗
herrenstift in St. Arnual, das die erste Schule gründete, die von einem der
Chorherrn geleitet wurde. Besucht wurde sie zunächst von Knaben, die
sich dem geistlichen Stande widmen wollten, denn es lag im Interesse der
Rirche, den nötigen Nachwuchs für den geistlichen Stand heranzubilden.