Die Jubeltage der Berliner Universität, die die Crinnerung an einen
bedeutsamen Abschnitt in der Entwicklung des deutschen Studentenlebens
wach riefen, treffen zusammen mit dem Rückblick auf die stolzen Sieges—
wochen, die vor 40 Jahren der Erfüllung des alten Studententraumes
von Deutschlands Einheit und Größe vorausgingen.
wie ein Blitz zündete damals die Nachricht von der Kriegserklärung
in allen Universitäten. Überall eilten die Studenten zu den Waffen. Ihren
Höhepunkt erreichte diese studentische Begeisterung in Leipzig. In einer
Adresse an den König von Preußen hieß es u. a.: „Die akademische Jugend
hat immer das Ideal deutscher Einheit, den Glauben an die deutsche Zukunft
wie ein heiliges Kleinod in ihrem herzen getragen, sie jauchzt Ew. Majestät
begeistert entgegen.“ König Wilhelm erwiderte in einem eigenen hand⸗
schreiben, in welchem er nach herzlichen Dankesworten sagte: „Ich bin
gewiß, daß Ihre Worte in der gesamten deutschen Jugend einmütigen und
freudigen Widerhall finden.“ Und sie haben ihren Widerhall gefunden,
nicht bloß an den Universitäten, sondern auch in den herzen der Saar⸗
brücker Jugend, gleichviel, ob es Gymnasiasten oder Gewerbeschüler waren.
Sie gaben ein Beispiel, wie es einzig in der Geschichte dasteht.
Wohl lohnt es sich, auf eine solche große Seit, wie die vor 40 Jahren,
noch einmal einen kurzen Rückblick zu werfen, auf jene Seit, die mit ehernem
Griffel ihre Runen in die Geschichte der Nachwelt eingeritzt hat — und dies
umsomehr, weil an dieser großen Zeit auch unsere patriotische Jugend ihren
Anteil hat. Sie ist es, der diese Jubiläumsgabe in erster Linie gewidmet
ist: Ihrer Vaterlandsliebe, von welcher sie, schon lange Jahre vor
1870, als Saarbrücken noch nicht zu Preußen gehörte. beredtes Zeugnis
abgelegt hat. Auch sie ist inzwischen längst zu Männern herangewachsen und
feiert heute ihre 40 jährige patriotische Gedenkfeier.
Wohl darf eine Nation, die noch solche tatkräftige Söhne besitzt, die
als leuchtendes Vorbild für die nachkommenden Generationen in der Ge⸗—
schichte stets glänzen werden, getrost in die Zukunft blicken und voller
Zuversicht in das erhebende Lied einstimmen, das unsere Soldaten unter
dem Donner der Ranonen und dem Geknatter des Infanterie- und Mitrail—⸗
leusenfeuers kampfesmutig beim Angriff anstimmten, das herrliche Lied,
das im Jahre 1870 mit Begeisterung aus hunderttausend Kehlen ertönte:
Lieb Vaterland, magst ruhig sein —
Fest steht und treu die Wacht am Rhein!
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