Einleitung.
Zur 40jährigen Gedenkfeier des Jahres 1870.
Ein⸗ frohe und doch ernste Gedächtnisfeier war es, welche die Großstadt
Saarbrücken am 6. Hugust dieses Jahres beging. Galt es doch, die
Erinnerung zu beleben an jenen heißen Tag, da in unmittelbarer Nähe die
tapfern Söhne unseres Vaterlandes im schweren Kampfe rangen, um den
teuren Boden zu behüten vor einer schrecklichen Invasion, ihn zu beschützen
vor den Verheerungen und Verwüstungen des alten Erbfeindes, von denen
die Geschichte der Saar⸗ und Bliesgegend und unser Nachbarland, die Pfalz,
so viel Schreckliches zu erzählen weiß.
Vierzig Jahre sind seit der Schlacht bei Spichern verflossen, vierzig Jahre
sind es, daß die Gebeine jener Tapfern, die ihr Blut und Leben in treuer
Pflichterfüllung dahingaben, im Grabe ruhen. Es ist begreiflich, daß Saar—
brücken am 40jährigen Erinnerungstage dieser denkwürdigen Schlacht alles
aufbot, um das Andenken an jene großen, ernsten und erhebenden Stunden
gemeinsamer Gefahr und gemeinsamer Siegesfreude zu erneuern und zu
befestigen.
Von allen deutschen Gauen zogen Tausende von Veteranen aus dem
Jahre 1870/71 heran, um die 40jährige Wiederkehr jener Schlacht zu feiern,
welche den Grundstein zu Deutschlands späterer Einheit und Größe legte.
Ergraute Männer waren es, deren Brust zahlreiche Orden und Kriegsmedaillen
wiesen. Wenn auch bei vielen schon der Rücken durch die Last
der Jahre gekrümmt erschien, so bewegten sie sich doch stolz und erhobenen
Hauptes in endlosem Zuge durch die Straßen der Stadt zu Suß und zu
Wagen, welche die Gastfreundschaft der Bürgerschaft für die älteren
Veteranen gestellt hatte. So zogen sie siegesfreudig wie vor 40 Jahren
hin zum Fuße des Rotenbergs oder zur geweihten Stätte des Ehrentals,
jenem herrlichen Sleckchen deutscher Erde, wo unsre helden von Saarbrücken
ruhen, mit denen sie einst Schulter an Schulter gekämpft hatten.
Die große Begeisterung und anerkannte Opferwilligkeit Saarbrückens,
welche ihre Bewohner schon in den heißen Schlachttagen vor 40 Jahren
auszeichnete, hat auch diesmal bei dem großen Jubelfeste nicht versagt. Sie
haben zur würdigen Veranstaltung des Festes ihr ganzes Können eingesetzt
und den Tausenden von Veteranen einen großartigen und herzlichen Empfang
bereitet.
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