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Rilometer, und unser hauptmann selbst, dem sonst alles ziemlich einerlei
war, sagte: „Wer den Marsch ausgehalten hat, ist ein tüchtiger Kerl.“
sm andern Morgen gings wieder zurück nach dem unvergleichlich
schön gelegenen Clairmont und weiter und immer weiter durch den Argonner⸗
wald. Aber wie gings doch heute so erbärmlich den langen Berg hinauf!
fuf jedem Steinhaufen saß ein Soldat, der sich an den Füßen zu schaffen
machte. Ein Glück war es, daß wir heute nicht weit zu marschieren hatten,
sonst wäre kein Mann hingekommen. In einem Wald von Obstbäumen
lag unser Ort, Grange-au-bois. hier gab es Apfelwein so viel wie in der
Diezstadt Trier, auch genug Kartoffeln; dazu wurde ein hühnchen gerupft,
ein Wagen voll holz im nahen Walde geholt, und so brachten wir ganz
gemütlich diesen und den folgenden Tag zu. Noch nie habe ich so viele
KRartoffeln an einem Tage gegessen, als dort. Des Morgens dünne VKartoffeln,
des Mittags Kartoffel-Suppe und Kartoffeln, abends Kartoffeln und
„Grumbiere“ durcheinander. Aber unser Bauer gab gerne, denn wir hatten
ihm für den halben Winter Holz geholt. Auch verwünschten wir hier den
ersten Schnee. Mit neuen Sohlen unter den Stiefeln ging es am 13. wieder
flott weiter über St. Menehould, Valmy, die in den Freiheitskriegen
berühmte und nicht eingenommene Festung Lonchery⸗sur⸗Suippe. Ich war
von Valmy aus als Fourier mit vorgegangen und hatte das Vergnügen,
noch ohne Quartier herum zu laufen, als alle schon untergebracht waren.
Bei einem Leineweber setzte ich mich endlich fest, wo heute meine Schnaps⸗
flasche noch steht. Der folgende Tag brachte uns durch das herrlich gebaute
Cager von Chalons nach Les-petites⸗-Coges, auf einem total aufgeweichten
Wege. Ich kam mit einer großen Anzahl Kameraden —A
Bauer ins Quartier, der uns für wenig Geld guten Wein verkaufte, so
daß jeder am andern Morgen seine SFlasche Wein im Brotbeutel hatte.
Doch mußte die ganze Gesellschaft auf dem Boden schlafen, wie gewöhnlich.
Doch der 15. brachte uns in die alte Urönungsstadt Keims und in bessere
Quartiere. Mein Billet lautete auf eine alte allein stehende Dame, die
bei unserm Anblick in helle Verzweiflung geriet. Sie machte sich eiligst
auf zu ihrem Bruder, der nicht weit davon wohnte und verheiratet war.
Während ihrer Abwesenheit wurden ihre Zimmer untersucht, wobei ihr
Vorrat an Milch und Dessert in unsern knurrenden Magen verschwand.
Dann setzten wir uns auf die feinen sammtnen Stühle, ihrer Rückkunft
harrend. Bald erschien sie und führte uns zu ihrem Bruder, der uns recht
freundlich aufnahm. Ein gutes Essen in der Rüche nebst einer Flasche
Wein, taute uns allmählich auf und machte uns redselig. Unser Wirt war
ungeheuer zuvorkommend und gewinnend, so daß ich mich bald mit ihm
in ein Gespräch vertiefte. Er war ein guter Franzose, sah dabei aber die
Fehler und Vergehen seines CLandes ein und betrachtete den Krieg als eine
heilsame Zuchtrute für sein schönes Vaterland. Da wir am folgenden Tag