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Weil seine Kleider abgerissen waren, so wurde er von den Mannschaften
mit Winterkleidern versehen, so daß er später bei Peronne und Bapaume
die furchtbare Kälte eben so gut aushielt wie die Soldaten. Während
der Schlacht von St. Quentin hatte Zix einen Trupp gefangener Mobil—⸗
garden in Sicherheit zu bringen, darunter war auch ein Bauer aus dem
nahe gelegenen Dorfe Vermand, der nach hause wollte. Als der Junge
dies hörte, meinte er, man solle den Franzosen für ein paar Flaschen Wein
lausen lassen, er wolle wieder einen andern dafür fangen. Gleich darauf
ging der Junge mit dem Mobilgardisten ins Dorf und kam auch bald mit
zwei Flaschen Kognak zurück. Nach eingenommener Stärkung eilte er nach
dem Schlachtfelde, dessen Boden sehr aufgeweicht war, auf einige Mobil—
garden zu, die vor Kälte und Nässe klapperten, weil ihnen die Schuhe im
CLehmboden stecken geblieben waren. Er rief denselben zu: „Franzos!
ous éêtes prisonnier!“ und brachte wirklich drei Mobilgardisten zurück,
indem er bemerkte: „So, nu hammer drei vor eene un de Kognak dezu.“
Der Junge machte noch die weiteren Ereignisse mit, bis der Befehl zum
Rückmarsche kam, wo er dann mit dem Brigadestab von Amiens über ham,
Sedan, Montmédy, Thionville nach Trier zurückmarschierte. Dort wurde
ihm vom Brigade-EAdjutanten ein Billet bis Saarbrücken gelöst, wo er am
29. Juni 1871 wohlbehalten eintraf. Später etablierte sich der junge
kKriegsmann als Tüncher und Anstreicher in Bischmisheim, woselbst er sich
auch verheiratete.
EAm 7. November morgens früh standen wir auf der Straße nach
Bravelotte. Eine schlechte Zigarre wurde angezündet (jeder hatte noch 75
Stück gefaßt), ein Lied angestimmt und: Gewehr in die hand! Das
Hewehr über — Bataillon marsch! Ade heimat! Über den großen
Militärfriedhof ging es, wobei sich jeder an seine dort ausgeübten helden—
taten, an das heillose Durcheinander, an die ausgestandene Angst, an die
Biwaks erinnerte. Uber Gravelotte, wo die Verwundeten verbrannt
waren, über Kezonville nach Trouville ins Alarmquartier. Das „Alarm—
geben“ sollte eigentlich im Bataillon abwechseln, doch ich weiß nicht, weshalb
gerade unsere Kompagnie öfter als alle andern an die Reihe kam. Es
ist nämlich durchaus keine angenehme Sache, nach einem Marsche in ein
oder zwei große häuser gelegt zu werden, wobei ein Zug die Wache stellt,
die anderen stets fertig sein müssen zum Aufbrechen, nicht abschnallen
dürfen und gewöhnlich nichts zu essen haben. Wie man mit hungrigem
Magen, der noch obendrein mit 40 pPatronen gedrückt wird, schläft,
kann sich jeder vorstellen. Doch das erste Alarmquartier ging leidlich vorüber.
VDon jetzt ab wird mein Tagebuch dürftig, und kann ich nicht mehr
mit derselben Genauigkeit berichten, wie vorher, und muß ich aus dem
Gedächtnis hervorholen, was ich von den vielen Quartieren als Bemerkens⸗
wertes behalten habe.