Full text : Vaterlandsliebe

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mich meistens davon entfernt. Am vierten November endlich rückten wir
aus, zum erstenmale mit gerollten Mänteln. Vor Metz sammelte sich das
Armeekorps, und nun erfolgte, nachdem wir ungefähr vier Stunden marschiert
und eine Stunde zum Aufstellen gebraucht hatten, der feierliche Durchzug
durch die eingenommene Stadt mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen!
Doch für den Soldaten ist eine solche Feierlichkeit durchaus nichts Angenehmes.
Das stramme Marschieren, das häufige Trittwechseln, das vorschriftsmäßige
Tragen des Gewehres, das beständige Aufreihen, die ängstliche Seiten- und
Vorderrichtung machen einen Marsch durch eine große Stadt rein unerträglich.
Sehr abgemattet kamen wir endlich nachmittags nach St. Ruffine ins
Quartier. Dies ist ein kleines Dorf, 6 Rilometer von Metz prachtvoll in
Weinbergen gelegen, doch damals ziemlich zerschossen und von den Be—
wohnern verlassen. Die Aussicht auf die unten liegende Mosellandschaft
und Mez ist eine herrliche; (ich hatte hinreichend Muße, dieselbe auf Posten
zu genießen) — doch die Cinsicht war sehr schlecht. Wenig zu essen, schlechte
Schlafstätte, und dabei wurde stramm exerziert zur Strafe, weil es beim
Durchzug durch Metz so schlecht gegangen wäre. Um nun die Stadt ein⸗
mal näher besehen zu können, nahm ich mir des Sonntags Urlaub und
pazierte mit mehreren anderen Kameraden nach Metz. Doch auch dort
bot sich kein freundlicher Anblick dar. Überall Spuren des Krieges und
der ausgestandenen hungersnot. Tote Pferde lagen in Masse um die
Stadt herum, alle Gräben voll Wasser, die Geschütze alle auf die Stadt
gerichtet, die Läden leer oder geschlossen; dies alles erregte mehr ein banges,
unheimliches, als ein freudiges Gefühl. Die Café's waren alle von
preußischem Militär besetzt, der herrliche Dom voll von Andächtigen und
Spaziergängern; die Esplanaden zum Eisenbahn-Wagenpark umgewandelt;
die Wagen wurden für die Masse von französischen Verwundeten und Kranken
als CLazarett benutzt; der große Bahnhof war angefüllt mit Proviantzügen
für die unglückliche Stadt. Dies waren ungefähr die Bilder, die mich auf
dem Heimweg begleiteten.
Schon lange hatte man etwas von 22 Marschtagen gemurmelt, wirklich,
am andern Tage rückten wir aus. O! die schöne Hoffnung, nach hause
zu gehen, war genommen; und doch freute man sich, daß man endlich
Metz hinter sich hatte, umsomehr, als jetzt die Quartierverpflegung ange—
ordnet war.
Doch ehe wir Metz verlassen, möchte ich noch über die kleinen
Schlachtenbummler eine Bemerkung machen. Gegen Ende der Be—
lagerung von Metz wurden etwa 20 Jungen im Alter von 14216 Jahren
an das Landratsamt durch eine militärische Eskorte abgeliefert. Dieselben
waren alle in Uniformen der betreffenden Kegimenter gekleidet und waren
durchweg Berliner Kinder, welche mit den Regimentern angekommen waren
und denselben bis dahin Dienste geleistet hatten als: Schuhputzer, Kleider⸗
            
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