Full text : Bericht über die technischen und commerciellen Verhältnisse der Anlage einer Eisenbahn von Bexbach nach der Rheinschanze (Saarbrücken und Mannheim)

2*
*

nach den Principien von Navier, *) Bélanger**) und
Rermaingant **), Gebrauch machen werden.
Eine Angabe der Hauptmomente ist unerläßlich, dürfte
jedoch umj so mehr genügen, als es hier nicht am
Orte wäre, sich in weitläuftige Deductionen zu vertiefen.
Nehmen wir mit dem zuletztgenannten Autor den
Widerstand auf horizontaler Bahn statt zu d der Sicher⸗
heit halber zu 215 und den in den Kurven, deren Krüm⸗
mungshalbmesser Rubezeichnet, zu ESmal der Lasi
an, so hat man für Locomotiven, welche unter einem
Druck von 44 Atmosphären oder 50 Pfund auf den
Quadratzoll arbeiten und deren Cylinder 0,30 Mtr. und
deren Räder 1,50 Mtr. Durchmesser— haben und wovon
die Hubhoͤhe 0,45 Mtr. ist, den Widerstand oder die Last:
p Ipoe — 2,29 Uꝛ—

o.—41
In dieser Formel für die Bruttolast bezeichnet U die
Geschwindigkeit der Maschine und i den Neigungs-⸗Coeffi—
cienten der Bahn. Aus derselben läßt sich die folgende
für die Geschwindigkeit ableiten, man hat nämlich:
Ur 10275
PGOGOAISTXDA 111

IJI2

9,29
woraus U durch Annäherung für jeden Werth von i und
Rleicht gefunden werden kann.
Die kleinste zulässige Geschwindigkeit der Maschine ist
4,30 Mir. in der Secunde, die größte Bruttolast, welche
dieselbe mit ihrem eigenen Gewichte zu ziehen im Stande
ist daher:

P 104872 Kilogramm.
Für die groͤßte Steigung, welche auf der Strecke zwi⸗
schen der Grenze und Kaiserslautern vorkommt, nämlich
i — z47 und die mittlere Geschwindigkeit von 16000
Mtr. in der Stunde oder 4, 44 in der Secunde U,
findet man die Bruttolast oeder P 101220 Kilogramm.
Bei einem Gewichte der Maschine mit ihrem Munitions—

NMouvelles eonsiderations sur emploi des Machines
 Locomotives dans les chemins de fer, par M. Navier.
Paris 1836.
**) Projet d'un Chémin de fer de Parie⸗e à Rouen, au
Havre et à Diè ppe par Poloncean et Bélanger.
Paris. 1836.
***) Mémoire sur le Projet diun Chemin de fer de
Lyon à Marscille par M F. Kermaingant. Paris, 1837.

wagen von 15 metrischen Tonnen zu 1000 Kilogramm
und der Wagen zu 1,25 Tonnen bleibt als Nutzlast,
welche auf der genannten Strecke aufwärts gezogen werden
kann, 60 Tonnen oder 1200 Centner à 50 Kilogramm
übrig.
Es kann sonach auf der groͤßten Steigung, welche
zwischen Bexbach und Kaiserslautern vorkoͤmmt, die Loco⸗
motive 21 mit 2,75 Tonnen oder 2750 Kilogramm Koh⸗
len beladene Waggons und zwar mit einer Geschwindig—⸗
keit von 16,000 Mtr. in der Stunde oder 4,44 Mtr. in
der Secunde aufwärts ziehen. Ein Wagenzug (Convoi
würde also auf dieser Strecke aus 21 Waggons bestehen,
von denen jeder mit 55 Centner beladen ist.
Nimmt man an, daß für die größeren Strecken der
Bahn, wie dies auch. wirklich statt findet, die Lasten un⸗
veränderlich bleiben, so müssen bei gleichem Drucke der
Maschine mit dem durch größere Steigung oder kleine—
re Kurven vermehrten Widerstande ihre Geschwindigkei—
ten sich vermindern, oder mit dem bei geringerer Stei⸗
gung und groͤßeren Kurven vermindertem Widerstande
sich vergrößern.
Wir haben daher für jede einzelne Neigung und
Krümmung in einer und derselben Section der Bahn,
für welche die Last als unveränderlich angenommen wer—
den kann, und zwar sowohl fur die Fahrten auf⸗ als ab⸗
wärts, die Geschwindigkeiten berechnet und hieraus dann
für die ganze Section die mittlere Geschwindigkeit und
die Zeitdauer soewohl für eine Hin⸗ als Herreise abgeleitet.
Die Tabellen Lit. C bis Lit. Feincl. enthalten die
Resultate dieser Berechnungen für die Strecke von der kö⸗
nigl. preußischen Grenze bis Kaiserslautern. Hinsichtlich
der letztern ist noch zu bemerken, daß die Bruttolast im
Verhältnisse des wirklich statt findenden Verkehrs für die
Rückfahrten auf die Hälfte, nämlich 50610 Kilogramm,
reducirt worden ist.
Nach diesen Tabellen ist für die Richtung über Hom⸗
hurg die mittlere Geschwindigkeit in der Stunde:
a) für die Hinreise... 190440 Mtr.
b) für die Rückreise. .. 28352 Mtr.
und die Zeitdauer: Stund. Minut
a) für die Hinreise.... 2 123
b) für die Rückreise 39
Die Resultate der Berechnung von Last und Geschwin—
digkeit sind für die erste und die übrigen zwei Abtheilun—
gen in der anexirteit Unterabtheilung 1I der Foͤrderungs⸗
kosten „Uebersicht der Transportverhältnisse““ zusammen⸗
gestellt. —

4
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.