Full text : Bericht über die technischen und commerciellen Verhältnisse der Anlage einer Eisenbahn von Bexbach nach der Rheinschanze (Saarbrücken und Mannheim)

VII. Betriebscapital und Förderungskosten.

Eisenbahnen verdanken ihr schnelles Emporblühen ein⸗
zig dem Vortheil der Zulässigkeit von Dampfkraft als ei⸗
nes Foͤrderungsmittels, welches ansehnliche Kraft mit
Schnelligkeit vereint und mithin zu jedem Verkehr sich
eignet. — Diese Vorzüge erkennend, hat der Verwaltungs⸗
rath der Rheinschanz⸗Vexbacher Eisenbahn eine Förderungs⸗
geschwindigkeit bei Aufstellung des Projectes zu Grunde
gelegt wissen wollen, welche die Anwendung von Pferde⸗
kraft ausschließt und nur durch Dampfkraft erreichbar ist.
In Folge dieser Bestimmung sind, wie aus den früher
abgehandelten Capiteln hervorgeht, alle Einrichtungen für
die Anwendung von Dampfkraft mit beweglichen Maschi—
nen — Locomotiven — als Bewegungsmittel getroffen und
in der nemlichen Voraussetzung die nachfolgenden Rech—
nungen aufgestellt.

Das Betriebscapitel umfaßt:
die Kosten für Anlage von Bahnhöfen und Betriebsge⸗
bäuden, als Einnehmerei- und Verwaltungsgebäuden,
Werkstätten, Remisen, Wasser- und Kohlenbehälter zum
Dienst der Locomotiven ꝛc.; ferner die Anschaffung des
beweglichen Materials, als Locomotiven, Wagen u. s. w.
Die Foͤrderungskosten aber nicht allein die Kosten des
Brennmaterials, des Bedienungspersonals und der Schmiere,
sondern auch die Zinsen des Betriebscapitals, die Unter⸗
haltung und Nachschaffung des Materials und der Ge—
bäude.

Zur Uebersicht des dconomischen Effectes, wovon das
letzte Capitel handelt, wollen wir nachstehende Ausschei⸗
dung treffen:
I. Betriebscapital und jährliche Ausgaben, welche nur
in entfernter Beziehung zur Foͤrderungsmasse ste⸗
hen, als Anlage⸗ und Unterhaltungskosten der Bahn⸗
höfe und Betriebsgebäude.
II. Betriebscapital und jährliche Ausgaben, welche zu⸗
nächst von der Förderungsmasse abhängen, und zwar:
A. Anschaffung und Erhaltung des beweglichen
Materials,

ß. Betriebskosten, welche
1. die Kosten des Brennmaterials,
2. die Kosten der Schmiere und
3. die Kosten des Bedienungspersonals
begreifen.

Betriebscapital und jährliche Ausga—
ben, welche nur in eutfernter Bezie—
hung zur Förderungsmasse stehen.
Hierunter sind begriffen: die Anlagekosten der Bahn⸗
höfe, der Verwaltungs- und Einnehmereigebäude, der
Bahnverzweigungen in den Höfen der Anstalten zur Ein—
nahme des Wassers und Brennmaterials, der Werkstätten
für Ausbesserung und Erbauung von Wagen, Lecomoti—
ven ꝛc., der Tarif⸗ und Warnungstafeln; so wie die jähr—
lichen Zinsen der Anlagekosten, die Unterhaltung und der
Ersatz sämmtlicher obenbenannten Einrichtungen.
Die Placirung der Gebäude in den Bahnhefen, die
Disposition der innern Räume, die Anordnung der Bahn—⸗
verzweigungen bestimmen sich durch das Bedürfniß ven
selbst, wenn erst einmal die Bahn in Betrieb gesetzt ist.
Es würde eine unnöthige und zugleich zeitraubende Ar⸗
beit gewesen sein, vollständige Grund- und Situations—
pläne der Gebäude und Bahnhöfe zu entwerfen; wir ha—
ben uns daher beschränkt, die Veranschlagung der Ge⸗
bäude nach dem zu bedeckenden Flächenraum, auf den
Grund der Erfahrungen vorzunehmen, welche man bei
den in neuerer Zeit errichteten Hochgebäuden gesammelt hat.
Die der Anlage eigenthümlichen Anstalten als: Was—
ser⸗ und Coacksbehälter, Atteliers u. s. w. sind nach dem
Maßstabe anderer Bahnen und die übrigen Gegenstände
nach dem beigegebenen Preisverzeichniß berechnet.
Ein gleiches Verfahren ist bei Ermittelung der jähr—
lichen Ausgaben dieser Position beobachtet.
Die Position J der angehängten Voranschläge Nro
7 bis 11 incl. weisen nach, daß für

J
            
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