Abtheilungen zwischen der Grenze bis Landstuhl und zwi⸗
schen Neustadt und der Rheinschanze in der Art, daß
diese Strecken nöthigenfalls befahren werden können.
Beginnen der Erdarbeiten zwischen Landstuhl und
der Wasserscheide und der hohen Auffüllungen im Neu⸗
stadter Thale. Gleichzeitig müssen auch die in dem letz⸗
tern vorkommenden Viaducte und Thalübergänge ange⸗
fangen und mit dem Ausbrechen der groͤßeren Tunnel
iin Thale, nemlich bei Frankenstein, Weidenthal und der
Morschbach, begonnen werden.
Drittes Baujahr.
Vollendung der Bahnstrecke von der Grenze bis Kai⸗
erslautern. Fortsetzung der Erd⸗ und Kunstarbeiten
wischen Kaiserslautern und ˖ Frankenstein und Beginnen
der noch übrigen Tunnelbauten im Neustadter Thale.
Viertes Baujahr.
Vollendung der Erd- und Kunstarbeiten zwischen Neu—⸗
stadt und Kaiserslautern so wie von Unter⸗ und Oberbau,
so daß die Bahn zu Ende des Jahres auf ihrer ganzen
Länge befahren werden kann. Gleichzeitig ist es noth—
wendig, die Bahnhöfe mit den Hochgebäuden zu verschen.
Vorläufig dürften jedoch letztere nur nothdürftig und
größtentheils von Holz — mit Ausnahme der Bahnwarts⸗
Wohnungen hergestellt werden und deren endliche Einrich—
tung bis zu dem Zeitpuncte verschoben bleiben, wo über
den Betrieb und das wahre Bedürfniß eigene und genaue
EFrfahrungen vorliegen.
Die Straßen- und Bachcorrectionen sind gleichzeitig
mit den Erdarbeiten der Abtheilungen, in denen sie vor⸗
kommen, auszuführen und die Wegübergänge, Barrieren
und Einfriedigungen mit dem Legen des Eisengestänges
herzustellen. Daß die Bestellung der Locomotive, der Wa—
gen und alle sonst zum Betriebe erforderlichen Gegenstände,
rechtzeitig statt zu finden hat, versteht sich von selbst.
V. Berechnung der Baukosten.
Die Ermittelung des Baucapitals ist, wie schon oben
erwähnt, nächst der Bestimmung des Zuges und der
Neigung, das wichtigste Moment für eine auf Actien zu
erbauende Eisenbahn. Dieselbe muß jedoch vollständig
und in allen ihren Theilen moͤglichst genau und verlä⸗—
ßig hergestellt sen. Wir waren deßhalb, namentlich in
dem vorliegenden Falle, der Ansicht, daß eine lückenhafte
oder unvollständige Ermittelung der Kosten nicht genügen
koͤnne, indem, wie die Resultate der Berechnungen dar⸗
hun, die Kosten der einzelnen Abtheilungen sehr variiren
und der Aufwand für eine Abtheilung durchaus nicht im
Verhältniß der Länge nach einer andern gefolgert werden
kann.Alle Abtheilungen des von dem Verwaltungsrathe
hestimmten Zuges wurden daher mit gleicher Genauigkeit
deranschlagt; nur in der Ebene, wo in den Terrain⸗-Ver⸗
hältnissen — bei, mit dem bestimmten Zuge fast-parallelen,
Richtungen wenig Verschiedenheit vorklömmt, haben wir
z. B. für die directe Linie von Neustadt nach Speyer
und die Rheinschanze, so wie für die Richtung zwischen
den beiden letzteren Orten die Kosten per laufenden Meter
nach den betreffenden Abtheilungen des Hauptzuges ermit⸗
telt, was sowohl den Bestimmungen des Verwaltungsra⸗
thes gemäß ist, als auch die hier erforderliche Genauig⸗
keit gewährt.
Bei Kosten⸗Veranschlagungen im Allgemeinen kommt
es darauf an, daß
1) die Ausmaaße und
D die Preise möglichst genau und richtig bestimmt
werden, da der Aufwand selbst das Product vom Maaße
und den Preißen ist. Was die Ausmaaße anbelangt, so
thun die Situationspläne, verbunden mit den Längen
und Querprofilen, so wie die Zeichnungen der Kunstarbei—
ten, dar, daß hierauf die noͤthige Sorgfalt verwendet
worden ist. Für die Erdberechnung wurden im Ganzen
über 4000 Querprofile aufgenommen; und allenthalben,
wo später bei der Berechnung selbst sich Zweifel über de—
ren Richtigkeit erhoben, hat man die Messungen auf dem
Felde wiederholen lassen.
Gleiche Vorsicht wurde auch bei den Kalculationen,
die jederzeit von zwei verschiedenen Individuen gefertiget
sind, beobachtet, und da man hiebei außerdem noch sum—
marische Vergleichungen vornahm, so konnten grobe Irr—
thümer durchaus nicht einschleichen.
Bei den Preise-⸗Bestimmungen hat man eine langjäh—
rige Erfahrung zu Rathe gezogen und diejenigen Elemente
mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der Local-Verhält nisse
zu Grunde gelegt, welche seit vielen Jahren im Kreise
bei den Staatsbauten in Anwendung gekemmen sind.
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