Full text : Bericht über die technischen und commerciellen Verhältnisse der Anlage einer Eisenbahn von Bexbach nach der Rheinschanze (Saarbrücken und Mannheim)

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— werden zwei Schienen aus den Sätteln genommen,
hinten und vorn ein Setzbrett eingesetzt und der Zwischen⸗
raum mit Erde ausgefüllt. — Hiemit wird so lange
fortgefahren als der Rhein wächst.
e. Stütz⸗ und Futtermauern.
Bei starken Auf⸗- oder Abträgen, an steilen Bergab⸗
hängen, auf werthoollem Terrain, in der Nähe von Ge⸗
bäuden, überhaupt wo Localverhältnisse es gebieten oder
ODeconomie es wünschenswerth macht, vertreten Stütz⸗ und
Futtermauern die Stelle der Erdboͤschungen. Die Mau—⸗
ern werden schichtenmäßig aus wenigstens 0,20 Mtir.
hohen Bruchsteinen ohne Moͤrtel ausgeführt, erhalten ei—
nen Anlauf von 4 der Höhe, und bis zu 4 Mtr. Höhe
eine Kronenbreite von 0,65 Mtr., bei groößerer Hoͤhe von
,75 Mitr.; Dimensionen, deren Zulänglichkeit durch die
Erfahrung erwiesen sind.
f. Unter bau.
Derjenige Theil der Construction, welcher unmittelbar
den groͤßten Einfluß auf die Festigkeit hat, und daher
in nächster Beziehung mit der Brauchbarkeit eines Schie⸗
nenwegs steht, ist der Unterbau. — Er besteht wiederum
aus drei Theilen: nemlich einer festen Bettung, den Un⸗
serlagen und der Decklage.
Die beiden erstere verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Die Bettung wird auf verschiedene Weise hergestellt,
entweder durch Sand⸗, Kies⸗- oder Lagen von geschlagenen
Steinen, welche Materialien in dem planirten Bette re⸗
zelmäßig ausgebreitet, geebnet und festgestampft werden;
oder durch eine Schichte in einander gefügter Steine,
welche mit Sand und Gerölle bedeckt sind, oder aber
durch eine Untermauerung auf festem Grunde.
Die Unterlagen sind entweder fortlausend unter den
Schienen und mit Querzangen unter sich verbunden, oder
Schwellen, welche nach der Quere jedesmal beide Schie—
nen nur an einem Puncte unterstützen, oder isolirte Bloͤcke,
sogenannte Würfel, welche nur eine Schiene zugleich und
war nur an einer Stelle tragen. Das Material der
Unterlagen ist Holz oder Stein.
Wir haben zur Rheinschanz⸗Berbacher Eisenbahn die—
jenige Constructionsweise ausgewählt, welche unter Be—
nützung des vorhandenen Materials, ohne bedeutenden
Aufwand eine große Festigkeit uns zu versprechen scheint.
Es soll nämlich von Bexbach bis Musbach, so weit die
Steine in der Naͤhe sich vorfinden, das Bett in einem
umgekehrten Pflaster von Sandsteinen, und zwar von
D,25 Mtr. Stärke im Abtrag und 0,30 Mtr. im Auf—
trag bestehen, dessen Zwischenräume mit Steingeroͤlle aus⸗

geschlagen und für die Aufnahme der Unterlagen geeb—⸗
net werden.
Von Musbach bis zum Rhein vertritt eine gleich
hohe Schichte von ungesiebtem Kies die Stelle des Pfla⸗
sters. —
Die Unterlagen sind für die Stellen im Auftrag von
Eichen⸗ oder Kiesernholz, im Abtrag von Stein bestimmt.
Die ersteren bilden Schwellen von 2,50 Mtir. Länge,
9,30 Mtr. Auflager und 0,15 Mtr. Höhe; die letztern
sind theils durchlaufende Schwellen am Zusammenstoß
von zwei Schienen, 2,10 Mtr. lang, 0,40 Mtr. breit
und 0,30 Mir. hoch; theis Würfel von hartem Sand—⸗
stein 0,60 Mtr. ins Gevierte breit und 0,30 Mir. dick.
Der Raum zwischen den Steinunterlagen wird 0,20 Mtr.
hoch mit Bruchsteinen ausgelegt, um dieselben unverrück⸗
barer zu machen und sodann die 0,15 hohe Decklage von
Sand aufgebracht.
Die Entwässerung des Bettes wird durch kleine soge—
nannte Sickerdohlen bewerkstelligt, welche alle 5 Mtr. in
die Banquette, abwechselnd auf der einen oder andern
Seite, eingelegt werden.

8. Oberbau.
Zu dem Eisengestänge haben wir Parallelschienen ge⸗
wöhnlicher Form, 45 P oder 221 Kilogr. per lauf. Meter
schwer, vorausgesetzt. Bei einer Unterstützung auf jt
D.90 Mtr. und einer mittleren Geschwindigkeit der Foͤr⸗
derung von 22000 Meter (21 bis 3 geographische Meilen)
in der Stunde dürfte nach unserer Überzeugung diese
Stärke selbst für die größte Neigung von Id ausreichend
sein, weil an solchen die Geschwindigkeit bergab aus Rück⸗
sichten der Sicherheit der starken Krümmungen wegen bis
zu 12600 Mtr. per Stunde beschränkt werden muß.
Eine Schiene von 4,50 Mir. Länge wird an beiden
Enden und außerdem noch viermal in gleichen Abständen
durch gußeiserne Stühle oder Sättel unterstützt, welche
auf den Unterlagen befestigt sind. — Das Gewicht der
Stuͤhle am Zusammenstoß zweier Schienen ist zu 8z,
der mittleren zu 74 Kilogramm berechnet. — Die Befesti—
gung der Schienen in den Stühlen geschieht durch Keile
von ausgelaugtem und gepreßtem Eichenholz. Häufig fin⸗
den zwar statt dieser schmiedeeiserne Keile Anwendung;
allein der Mangel an Elasticitaät gewährt weder die nemliche
Sicherheit wie die hoͤlzernen, noch läßt sich eine eigent—
liche Ersparung bei der Unterhaltung erwarten, da nach
allen Erfahrungen bei eisernen Keilen bei weitem mehr
Stuhlbrüche vorkommen, als wo hoͤlzerne im Gebrauch
sind.
            
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