schächte von 3 Mtr. Durchmesser und von beiden Seiten
zugleich betrieben werden. — Bei der Preisermittelung
für die Materialfoͤrderung ist ein viermänniger Haspel,
für die Forderung des Seiherwassers ein Pferdegöppel vor⸗
ausgesetzt. Beide Vorrichtungen koͤnnen bei der Ausfüh—
rung durch eine Dampfmaschine zum Vortheil der Casse
zrsetzt werden.
c. Brücken und Durchlässe.
Auf der ganzen Linie koͤmmt kein Brückenbau von
VBedeutung vor. Die Menge kleiner Brücken hat eine
Spannweite ven 1,20 Mtr. bis höchstens 4 Mtr., und
nur jene über den Speyerbach unterhalb Neustadt einen
Bogen von 5 Meter Sprengung. Sie sind mit Vermei⸗
dung alles Aufwandes an Hausteinen in den einfachsten
Formen entworfen, und sollen aus schichtenmäßigen Bruch⸗
steinen mit Mörtel solid hergestellt werden.
Eine Verbreiterung der Widerlager und Gewölbe ist
uumerhin mit Schwierigkeiten und Risiko verbunden;
die Breite zwischen den Stirnmauern ist daber bei säämmt—⸗
lichen Brücken für zwei Spuren beantragt, während den
Durchlässen mit geraden Überdeckungen nur die Einrich⸗
tung für eine einfache Bahn gegeben worden ist.
Die Nähe guter Bausteine auf 43 der Bahnlänge räumt
bei den hohen Holzpreisen der Steinconstruction unbedingt
den Vorzug ein; nur in einigen wenigen Fällen, wo die
Nothwendigkeit durch die gegebene Höhe dazu zwingt,
findet die Holzüberbrückung Anwendung.
Die Ableitung kleinerer Bäche und Quellen, sowie der
oeriodischen Seitengewässer, geschieht durch Durchlässe von
d,40 Mir. bis 0,80 Mtr. Weite mit Überdeckung von
Steinplatten an allen Stellen, wo das Bedürfniß im ge⸗
rinasten vermuthet werden kann.
Die Dimensionen der Brücken und Durchlässe sind
groͤßtentheils nach den unter gleichen Verhältnissen längs
der Bahnlinie bestehenden Bauwerken bestimmt.
d. Viaducte.
Die Bahn kreuzt die Straßen und Wege entweder in
zleicher Höhe, oder sie geht über oder unter denselben
weg. Beträgt die Höhendifferenz 5 bis 6 Meter, oder
kann dieselbe, was immer wünschenswerth ist, ohne be⸗
sondere Kosten bis zu diesem Maaße vergrößert werden,
alsdann wird der Uebergang durch Viaducte bewerkstelligt.
Gleich den übrigen Kunstarbeiten sind sie, mit Rücksicht
auf Solidität, ohne alle äußere Ausstattung, für eine dop⸗
»elte Spurweite entworfen.
Die Viaducte über der Bahn erhalten eine Weite von
mindestens 6G Mtr. und 8 Mtr. Höhe im Scheitel des
Gewölbes, jene unter der Bahn wechseln nach der Be⸗
stimmung der Straßen und Wege in der Art, daß die
Viaducte über Staats⸗ und Bezirksstraßen nicht weniger
als 5 Mtr. Hoͤhe und 6 Mtr. Weite, über Vicinal-,
Feld- und Waldwege nicht unter 4,25 Mtr. Höhe und
3,50 Mtir. Weite haben.
Außer den Viaducten über Straßen und Wegen, de—⸗
cen Anlage durch das Bedürfniß die bestehende Commu—⸗
nication zu erhalten, als unabweislich betrachtet werden
muß, kommen zwei Fälle vor, wo wir aus Oeconomie
die Erbauung eines gemauerten Dammes rep. einer
Bogenstellung einem Erddamm vorziehen zu müssen glauben.
Eine solche Bogenstellung gewährt nebstdem den Vor⸗
theil, daß sie nach ihrer Vollendung sogleich den Unter⸗
und Oberbau aufnehmen kann, während eine Erdeauf—⸗
schüttung von 9 Mtr. Höͤhe und drüber wenigstens einen
Zeitraum von einem Jahr zur ersten Comprimirung be⸗—
darf und dann noch 5 bis 6 Jahre hindurch ein Senken
erfolgt, welches eine ununterbrochene Nachhülfe erfordert.
Die eine dieser Bogenstellungen geht über das Lauter⸗
thal oberhalb Kaiserslautern; sie besteht aus 14 Bogen
von 10 Mtr. Sprengweite, 2 Mir. Pfeilerdicke, 16,23
Mtr. größter Höhe — und 4 Mtr. Breite zwischen den
Stirnmauern und ist unter allen vorkommenden Kunst⸗
arbeiten das bedeutendste Werk.
Die andere über das Thal oberhalb Neustadt am
Wolfsberg mit 7 Bogen von gleichen Dimensionen und
9,20 Mir. groͤßter Höhe. — Eine kurze Unterbrechung
der Doppelbahn an diesen beiden Stellen in der Nähe
von Stationsplätzen würde selbst bei einstigem sehr leb⸗
haften Verkehr kein Hinderniß im Betrieb abgeben; aus
diesem Grunde hat man die BVogenstellungen nur für
eine Spur entworfen und berechnet.
Der Durchgang der Bahn durch den Hauptrheindamm
in der Rheinschanze macht eine eigene Einrichtung noth⸗
wendig, wenn nicht mit außerordentlichem Kostenaufwand
die Krone des Erddammes über den höchsten Wasserstand
des Rheines gelegt werden soll. Bekanntlich befindet sich
die schwächste Stelle der Schleußen zwischen Mauerwerk
und Erde, weil beide keine innige Verbindung unter sich
einzugehen pflegen. Um diesem Uebelstande zu begegnen,
hat man ein isolirtes Pfeilersystem mit folgender Mani⸗
pulation vorgeschlagen: Sobald der Rhein die Höhe von
5,41 Mtr. über dem Nullpunct des Rheinschanzer Pegels,
auf welcher Hoͤhe die Schwelle der Schleuße gelegt ist,
zu erreichen droht, wo ohnehin keine Schifffahrt auf dem
Strome und kein Verkehr mit dem Ufer statt finden kann—