Zug von Speyer durch den Speyerer⸗ und Schifferstadter⸗
Wald am Kohlhof vorüber nach der Wegscheide der
Wormser und Mannheimer Straße, wo sie mit der Linie
von Schifferstadt nach der Rheinschanze zusammentrifft.
Die zwischen Neuhofen, Rheingoͤnnheim und der
Rehhütte gelegene, den Hochgewässern des Rheines und
der Rehbach exrponirte Niederung würde nicht allein die
Kosten einer Bahnanlage auf der kürzeren Linie von Speyer
nach der Rheinschanze erhöhen, sondern auch eine kost⸗
spielige Unterhaltung des Dammes, möglicherweise sogar
die Gefahr einer theilweisen Zerstoͤrung desselben, befürch⸗
ten lassen.
Der Jug zur directen Verbindung von Neustadt mit
Rheinschanze, beginnt, in Berücksichtigung, daß eine Ei⸗
senbahn bei möglichster Oeconomie in Bau und Unter—⸗
haltung den bevoͤlkerten Zwischenorten thunlichst nahe ge⸗
bracht werden soll, an der Slelle, wo die Linie von der
Musbacher Gemarkung nach Schifferstadt den Vicinalweg
von Haßloch nach Deidesheim trifft, und führt in gera⸗
der Richtung auf den Schlot der Dampfmühle zu Mann⸗
heim an Boͤhl, Dannstadt, Mutterstadt, Maudach und
Mundenheim hin bis zum Anländeplatz am Kohlenma⸗
gazin der Rheinschanze.
Die Längen betragen für die Richtung:
a. J. über Schifferstadt nach Rhein⸗
schanze: Meter.
l) in gerader Linie. . 24790 —
Min Kurven.... 4633 3— 29423 —
llI. Von Schifferstadt nach Speyer:
) in gerader Linie.. 9113 —
B in Kurven ..19087. 3 10200 —
lII. Verbindungskurveder Richtung
von Speyernach Schifferstadt und
Schifferstadt nach Kheinschanze:
1) in gerader Linie.. 994,50
M in Kurven .... 88
Länge der Verbindungen mit Kne
tenpunkt: 41897,50
b. J. Von Neustadt nach Spehyer.... 20879 —
II. Von Speyer nach Rheinschanze. .. 20054 —
Länge über Speyer nach Rheinschange: M933 —
o. Von Neustadt direct nach Rhein⸗
schanze: E
mithin kürzer als die Richtung —P
1. über Speyer um B
2. über Schifferstadt mit der Zweigbahn
nach Speyerr...
3. über Schifferstadt nach Rheinschanze
ohne Zweigbahn
2274,580
13183 —
14147,80
II. Neigung.
A. Von der preußischen Gränze bis
Kaiserslautern.
Der vollkommenste Schienenweg ist wohl derjenige,
welcher bei gehöriger Festigkeit eine horizontale oder unter
dem kleinsten Winkel geneigte Oberfläche hat, und dabei
in gerader Linie oder in Kurven von größtem Krümmungs⸗
Halbmesser auf kürzestem Wege die Hauptorte verbindet.
Die natürliche Gestaltung der Erdoberfläche erlaubt äußerst
selten, bei längern Zügen wohl nie, diesen Anforderungen
vollkommen Genüge zu leisten; immerhin bleibt es Auf⸗
gabe des Technikers, in der Wahl des Zuges sein beson⸗
deres Augenmerk dahin zu richten , die beabsichtigte An⸗
lage dieser Vollkommenheit möglichst nahe zu bringen.
Eine Vernachläßigung jener Momente kann die Vortheile
des neuen Communicationsmittels sehr vermindern; ja
unter Umständen vielleicht ganz aufheben.
Das Relief des Bodens bestimmt zwar die allgemeine
Neigung, nichts desto weniger ist nach Erkennung dersel⸗
ben noch ein wichtiger Theil der Operation vorzunehmen,
nemlich: die Ermittelung desjenigen Zuges, welcher bei
—D
und Richtungas⸗Verhältnisse die größte Öconomie verspricht.
Von der preußischen Gränze bei Bexbach bis zum
Rhein hat die Bahn die Wasserscheide der Blies und des
Glans mit ihren Nebenbächen und des Glanes und des
Speyerbaches zu passiren.
Aus den Situationsplänen ist zu entnehmen, daß die
Richtungsverhältnisse von der Blies bis zum Glan und
seinem Affluent der Lauter zu den günstigen gezählt wer⸗
den koͤnnen, da mit Ausschluß der kurzen Kurve an der
Gränze der kleinste Krümmungshalbmesser 1200 Meter