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ung und Betrieb. In Berücksichtigung ihrer günstigenn
Verhältnisse wurde diese Richtung gleichfalls vermessen
und berechnet.
Die kürzeste Linie zwischen Bexbach und Altwoogs⸗
muͤhle, welche in dem von koͤnigl. Regierung der Pfalz
—ED
allein die Scheiderücken zwischen der Bexbach, Mutterbach
und Erbach in groͤßerer Hoͤhe, sondern trifft auch auf
weite Strecken den unhaltbarsten Moorgrund, und schien
uns überhaupt als zur Bahnanlage am wenigsten geeignet.
Die eigenthümliche Lage von Kaiserslautern in einem
Thalkessel der Lauter, umgeben von tiefliegendem Garten⸗
feld und wasserreichen Wiesengründen, auf der östlichen
Seite die Wasserscheide zwischen der Lauter und den hoch—⸗
zelegenen Quellen des Hochspeyerbaches, auf der westlichen
die über dein Lauterthal erhabene Ebene des Reichswald⸗
gebrüches, erschwert eine unmittelbare Berührung der
Stadt und bedingt selbst eine kleine Abweichung von der
directen Linie.
Ein Herabsteigen von der Höhe zwischen Vogelweh⸗
hof und Kaiserslautern, wodurch zwar die Kosten der Auf⸗
dämmung, die Grundentschädigungen und der Auf—
wand für Kunstarbeiten gemindert, der unmittelbare An⸗
schluß an die Stadt erzielt und eine Verbesserung der
Richtung bezweckt werden könnte, dürfte um so weniger
Platz greifen, als hierdurch nicht allein ein Theil der ge⸗
vonnenen Hoͤhe zu Verlust gehen würde, sondern auch
diese Anordnung gegen die Wasserscheide hin in der Rich—⸗
rung der größten Förderungsmasse eine größere relative
Steigung zur Folge haben müßte, welche die Kosten der
Foͤrderung für alle Zeiten ohne zureichenden Ersatz er⸗
höhte. Wird nun im Allgemeinen die technische Regel
festgehalten: bei Uebersteigung von Gebirgszügen die ein⸗
mal erstiegene Höhe vor Erreichung des Culminations⸗
punctes nicht wieder zu verlieren, und fordern die geschil⸗
derten Localverhältnisse so wie pecuniäre Vortheile noch
janz besonders hiezu auf, so ist unstreitig die Lage der
Bahn an den Abhängen der Hügelreihe südlich der Stadt
jeder andern vorzuziehen. — Sie gewährt die kürzeste
Linie nach dem günstigsten Uebergangspunct der Wasser⸗
scheide, der Grundwerth ist dort äußerst gering und die
Materialbrüche sind in der Nähe eder können vielmehr
auf dem Bahngebiet selbst eroffnet werden.
Von Homburg bis zum Uebergangspunkt der Straße
bon Kaiserslautern nach Saarbrücken in gleicher Höhe
mit der Fahrbahn — folgt die Bahnkrone der Hauptnei⸗
gung des Terrains, schneidet hierauf den Sandsteinschiefer
des Galgenberg, traversirt das Wiesenthal oberhalb des
sogenannten Thierhäuschens mit einer Aufdämmung von
10 Meter groͤßter Hoͤhe und lehnt sich sodann an die
üdlichen Bergabhänge an.
Die Längen von der preußischen Gränze bis Kaisers⸗
lautern betragen nach der am Schlusse beigefügten Ueber⸗
ichtstabelle der Richtungs⸗ und Längen-Verhältnisse Lit.
A. ferner Lit. C., D., E, F:
a. Ueber Homburg: Meter.
1. für die geraden Linien.. 430918
2.„ die Curven von 1200 bis 3000 Meter
Krümmungshalbmesser —W —— — n 12437
oon 600 Mtr. Rad. .. 429
zusammen..
b. Ueber Erbach:
1. für die geraden Linie.. ..
2. „ die Curven von 1200 bis 3000
Meter Krümmungshalbmesser .... n 12362
von 600 Meter Rad....... 44209 **
zusammen.. . 715.
Der Zug über Erbach ist mithin kürzer um 1371 Meter.
B. Zwischen Kaiserslautern und Neustadt.
Der Bestimmung der Richtung über die Wasserscheide
wischen Kaiserslautern und Hochspever wurde — was
auch deren Wichtigkeit erheischt — eine ganz besondere
Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist dies die einzige Was⸗
serscheide von Bedeutung, welche zwischen Bexbach und
dem Rheine zu passiren ist. Die Quellen der Lauter und
des Speyerbaches liegen ziemlich nahe — und war in
einer Entfernung von kaum einer Stunde — bei einan—
der. Allein der zwischen denselben sich fortziehende Berg⸗
rücken erhebt sich bis zu einer Hoͤhe von mehr denn 100
Meter und macht daher die Anlage eines Tunnels un⸗
bermeidlich. Bevor man sich für eine Richtung entschied,
vurde der Uebergang nach fünf verschiedenen Linien ni⸗
oellirt. Der mit zinnoberrother Farbe in dem Si⸗
tuationsplane eingetragene Zug überschreitet — zwischen
der Papier⸗e und Salingsmühle durchgehend — das Lau—
zerthal, erreicht in eine Geraden von 1377 Meter
ränge den Walddistrikt Rummel, wo er, rechts an das Ge⸗
hänge sich anlehnend, der Straße von Kaiserslautern nach
Mannheim in sanften Krümmungen von 800* Radius bis
zur Wasserscheide folgt. Letztere wird mittelst eines, zum
Theile gekrümmten Tunnels durchstochen, worauf sich die
Bahn theils in kurzen geraden, theils in sanft gekrümm—
ten Strecken gegen Hochspeyer hinabsenkt.