gen. So erschien ihm die Abgeschlossenheit der Industrie im Bereich
des heutigen Saarlandes gegenüber dem übrigen deutschen Markt als
sehr negativ. Entsprechend vertrat er mit dem ihm eigenen Nachdruck
auch die Bestrebungen der hiesigen Wirtschaftskreise zum Bau einer
Eisenbahnlinie von Saarbrücken nach Bingerbrück und wurde Vorsitzender
eines Lokal-Eisenbahn-Komitees. Ein besonderes Anliegen war HAN-SEN
das Siedlungsproblem der Industriearbeiter. Sie wollte er als
Kleingrundbesitzer mit dem Boden verbinden. In Zusammenarbeit mit
Behörden führte HANSEN u.a. auch öffentliche Speisungen von Armen
durch.
{m Jahre 1848 wählte man HANSEN zum Abgeordneten der preußischen
Nationalversammlung in Berlin. Vom Landrat entsprechend bevollmächtigt,
wirkte der rührige Pastor ab 3. Februar 1851 als Vorsitzender
der Gemeindeverordnung. Seine Erfolge um die Besserung der Stadtgeneinde
Ottweiler brachten ihm großes Vertrauen ein.
1853 - 1860: Die Störung der Fronleichnamsprozession in Ottweiler
Führte 1853 zur entscheidenden Wende und Wandlung im Leben HANSENS
und bestimmte nun sein weiteres Wirken und Schaffen. Der zunächst
sehr revolutionäre Priester widmete sich aanz seiner Pfarrgemeinde
Am 2. Dezember 1855 versammelte er die Arbeiter seiner Pfarrei und
gründete die "St. Barbara Bruderschaft", der sofort 147 Arbeiter
Jeitraten. Aus seinen Erfahrungen im Landarmenhaus und in der Strafanstalt
in Trier kannte er die sozialen Nöte der Arbeiterschaft und
der Armen in der Bevölkerung. Der stark angewachsenen Industriedevölkerung
unserer Heimat sollte die Bruderschaft eine religiöse
Stütze sein. Um das religiöse Leben der Arbeiterschaft zu vertiefen,
verfaßte HANSEN ein ihrem Denken und Beten angepaßtes Gebetbuch, das
von den Knappen viel benutzt wurde. Zahlreiche weitere Bruderschaften
wurden in anderen Gemeinden gegründet.
1859 gründete HANSEN den ersten Knappenverein an der Saar. Dieser
zollte seinen Vorstellungen entsprechend "die gesellige und intellektuelle
Seite des Lebens der Berg- und Hüttenarbeiter opflegen helfen."
Ein besonderes Augenmerk richtete HANSEN auf Gründung und Weiterführung
rein katholischer Volksschulen sowie auf die Weiterbildung des
Klerus. Auf seine Initiative geht die Herausgabe des ersten Bistumsblattes
zurück. Trotz seiner Wandlung mehr zur Seelsorge und Gemeinde
hin, ließ HANSENS Einsatz im kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen
Leben, vor allem in Ottweiler, nicht nach.
1860 - 1875: Nach dem Tode des Dechanten HAMMER in Illingen übernahm
JANSEN als Dechant das Dekanat Ottweiler, das er bis zu seinem Tode
verwaltete. Für diese Zeit wird der überaus aktive Ottweiler Pastor
als reifer, abgeklärter Priester charakterisiert. Seine Weitsichtigkeit
und Aktualität dokumentieren sich u.a. in dem 1870 erschienenen
Werk: "Katholizismus-Protestantismus und Konzil - Aufruf zur Wiedervereiniqgung".
Insgesamt verfaßte HANSEN 75 Bücher und Artikel, davon sehr viele,
die sich mit Geschichte und Heimatkunde bzw. Landeskunde befaßten.
"Durch genaue historische und antiquarische Erfassung des Heimatgedietes
soll die Liebe zum gemeinsamen Vaterland bekundet werden.
Anhand der Geschichte soll der stete Fortschritt der Menschheit auch
im Kleinen bis auf unsere Tage herab bekannt werden", betonte HANSEN