Johann Anton Joseph HANSEN
Am 10. Juli 1801 wurde Johann Anton Joseph HANSEN als Sohn des Försters
Friedrich HANSEN und seiner Gemahlin Anna Maria geborene BRAUNS in
Quiddelbach bei Adenau in der Eifel geboren. Schon in der Kinder- und
Jugendzeit HANSENS fielen dessen große Begabung und Fähigkeiten auf.
Nach dem Besuch der Lateinschule zu Adenau studierte HANSEN zunächst
>hilosophie und Geologie an den Universitäten Köln und Bonn. Einer
Berufung zum Priester folgend, trat er in das Priesterseminar zu Trier
ein.
Nach abgeschlossener Ausbildung erhielt HANSEN eine erste Stelle als
Kaplan in Mayen in der Eifel, wo er sich intensiv mit der Geschichte
dieser Siedlung beschäftigte und die "Beiträge zur Geschichte der Stadt
Mayen” schrieb. Nach den Vorstellungen des Bischofs von Trier sollte
diese Pfarrgeschichte zu einer historisch-topographischen, statistischen
Beschreibung der Diözese Trier erweitert werden, eine Arbeit, die
3ischof von HOMMER später selber aufariff und weiterführte.
Im Dom zu Trier erhielt HANSEN am 19. März 1825 von seinem bischöflichen
Freund und Gönner die Priesterweihe. Am 1.Oktober 1826 berief die
bischöfliche Behörde HANSEN als Sekretär des Bischofs von HOMMER nach
Trier. Zwei Jahre später wurde er Seelsorger des Landarmenhauses und
Schulinspektor in Trier, 1830 zusätzlich Pfarrer an der Trierer Strafanstalt.
Mit allem Nachdruck setzte sich der junge Priester für eine "höchst
1otwendige" kirchliche Reform ein und geriet mit seinen revolutionären
[deen sehr schnell in Widerspruch zu den kirchlichen Behörden. Sein
anergisches Eintreten für eine Reform des Klerus und der Kirche führte
zum Verlust des Vertrauens, das Bischof von HOMMER in ihn gesetzt hatte.
Der Staat entzog HANSEN die Stelle des Schulinspektors, die Trierer
Geistlichkeit und frühere Freunde zogen sich zurück. HANSEN zog die
Konsequenzen und bat um Versetzung nach Lisdorf bei Saarlouis.
Dort wurde er am 1. Dezember 1832 als Pastor eingeführt. In seinem
neuen Wirkungsbereich kümmerte er sich vor allem um die Bekämpfung des
Aberglaubens und die Erhaltung der Schönheiten der Ortschaften. Zur
Weiterbildung der bäuerlichen Jugend gründete Pastor HANSEN 1835 in
.isdorf eine Landwirtschaftsschule, die erste derartige Einrichtung in
3reußen.
Gegen den Willen seiner Gemeinde in Lisdorf übernahm HANSEN am 10.
April 1838 die Pfarrstelle in Ottweiler. Hier lassen sich drei große
Zeitabschnitte seines Wirkens unterscheiden:
1838 - 1853: Als energischer Reformer bemühte sich HANSEN um den
Zugang zu höheren Gesellschaftskreisen. Aufgrund der großen Gegensätze
und Zerwürfnisse zwischen Protestanten und Katholiken in Ottweiler
waren diese Bemühungen mit allerlei Schwierigkeiten verbunden.
Immerhin schaffte es der katholische Seelsorger, am 22. Mai
1842 von Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen empfangen zu werden,
HANSEN wurde Cantonalpfarrer 1. Klasse und Mitglied der Casinoaesellschaft.
Während die Tätigkeit als Seelsorger oft zurückstehen
nußte, bemühte sich HANSEN vor allem in sozialen und politischen
Bereichen, Wirtschaftliche Probleme waren ihm ein besonderes Anlie-