liegt keinem Zweifel, dass die Talfüllung nicht nur durch Anschwemmung,
sondern auch durch Bergrutschen bewirkt worden ist.
Es wurden in der Talfüllung, 7 bis 8 Fuss unter der Oberfläche,
nicht selten Hufeisen gefunden. Diese sind, wie meine Sammlung
derselben zeigt, gewöhnlich sehr klein. Ich erhielt auch eine in der
Talfüllung gefundene Koralle von feiner Erde, denen ähnlich, welche
in alten Gräbern gefunden werden. Und erst kürzlich wurde mir eine
in der krummen Kehr beim Graben der Ziegelerde gefundene Scherbe
gebracht.
Die Talbildung ist jedenfalls nach Ablagerung des heutigen Gebirges
erfolgt, und zwar zu einer Zeit, in welcher dieses noch nicht die
heutige Festigkeit erlangt hatte, denn der Sandstein, die Kohlenund
Kalkflöze sind tief ausgewaschen und zu beiden Seiten des Tales
mehr oder weniger blossgelegt worden. 0b dieselbe schon unter dem
Wasser oder zur Zeit der Erhebung aus dem Wasser stattgefunden habe,
ist wohl ungewiss. Das abfiessende Gewässer bei der Erhebung der Gebirge,
als auch spätere Fluten dürften sowohl auf die Bildung als
auch auf die Gestaltung der Täler einen grossen Einfluss ausgeübt
haben, umsomehr, als man wohl annehmen kann, dass namentlich das
Sandgestein erst späterhin nach der Erhebung die gegenwärtige Erhärtung
erhalten hat. Der Melaphyr des Steinberges und des Spiemonts
hat jedoch zur Zeit der Talbildung eine grosse Festigkeit gehabt,
denn man sieht es dem Ganzen an, dass der Durchgang von Wasser
gewaltsam erzwungen worden. Es mögen Spalten im Gebirge, durch Gebirgshebungen
und Erschütterungen entstanden, dem Wasser seine Arbeit
erleichtert haben.
Die 0 s t er (Osterna, Ostara), welche sich, wie wir bereits oben
gehört haben, bei Wiebelskirchen (Wibilischirica) in die Blies ergiesst,
entspringt bei Oberkirchen , welches sonst auch,
um es von Niederkirchen (Margareten-Ostern) zu unterscheiden,
Catharinen-O0Ostern genannt wurde. Die Gegend
von Oberkirchen ist eine in mehrfacher Beziehung interessante.
Dort, bei Schwarzerden , bestand in der Vorzeit der persische
Mithras- Cultus . Das war die Vergötterung der
durch die wiederkehrende Sonne erweckten und belebten produktiven
Naturkraft der Erde im Frühlinge, mithin auch eine Vergötterung der
aufgehenden Sonne
Dieser Cultus hatte eine zahlreiche Priesterschaft, deren Mitglieder
auf vielen Stufen zur Kenntnis ihres Ordensgeheimnisses hinaufsteigen
mussten. Man hat sie deshalb auch die Freimaurer des Altertums
genannt. Kaiser Julian der Abtrünnige (36 bis 63 nach Christus) suchte
sie besonders wieder zu heben, weil er glaubte, darin ein
Werkzeug zur VUntergrabung des Christentums zu besitzen. Bei
Schwarzerden sind noch das Bild des Mithra, von seiner
Kopfbedeckung so genannt, und eine Höhle vorhanden.
Das Interessante besteht darin, dass in der Nähe die 0 s ter entspringt.
Die Ostara oder Osterna war aber die deutsche Göttin der
Morgenröte und aufgehenden Sonne, sowie des Frühlings. Das Fest
derselben wurde im Frühlinge gefeiert und war so allgemein, dass die
Christen das Fest der Auferstehung des Herrn, dieser göttlich-geistigen
Sonne der Menschheit, Osterfest nannten. Wir haben es daher hier