von Steinbach das Tanzverbot übertreten. Das prot. Konsistorialkonvent
zu Ottweiler bestrafte sie daher mit 3 Gulden. Die Bestraften
gingen nun zum Fürsten, welcher ihnen das nachstehende offene Schreiben
an den Oberamtmann übergab: "Wan diese junge Laite nicht böses
anderes gethan haben, als den Dienstag nachmittag gedantzt, so kann
ihnen ohne gantz geringen anstant die strafe mit recht erlassen
sein, indem es besser ist, die bauer buben dantzen als dass sie in
die Hecken laufen, den Herren Geistlichen aber trächt das erste
nichts ein, das letztere aber tracht ihnen 3 mahl ein. Das danzen
aber nichts,"
Am 20. Juli 1863 entdeckte ich 88 Fuß von der Chaussee b. Wiebelsk.
aufwärts in dem Gräbchen zur linken Seite des Weges, welche über den
Adlersberg nach Ottweiler führt, den Tu tenka T1k. Herr Dr.
Weiss, Lehrer an der Kgl. Bergschule zu Saarbr., welchen ich ein
Stück mitgeteilt hatte, schrieb mir: "Ihr Fund, den sie kürzlich mir
gütigst mitgeteilt, hat mich sehr interessiert; ich zögere nicht,
neben meinem besten Danke, den ich im Namen der Bergschule, deren
Sammlung das Stück einverleibt ist, ausspreche, ihnen meine Bestimnung
Zu melden: Es ist der sog. Tutenkalk, welcher meines Wissens in
unserem Steinkohlengebirge durch Sie zum erstenmale aufgefunden worden
ist. Man hat ihn wohl sonst für den Rest irgend eines organischen
Wesens gehalten und wird allerdings leicht versucht, an Korallen
zu denken; doch ist es mehr eine - anorganische - Aggregations-Form,
welche an verschiedenen Orten vorkommt."
Auf der ersten Höhe des Weges von Wiebelskirchen nach Steinbach
(Roon) streicht ein Kalkflöz durch, dasselbe geht im Wege selbst zu
Tage.
0.In Düppenweiler und Tholey sollen sich Töpfereien befunden haben. An
letzterem Orte soll irdenes Geschirr fabriziert worden sein, in
welchem zerstossenes Gestein von Tholey einen Hauptbestandteil gebildet
habe. Vor mehreren Jahren wurden auch bei Wiesbach (bei der
Kapelle) große Teller gefunden, welche nur den ersten Brand hatten,
was also ebenfalls auf die Nähe einer Töpferei hindeutet.
11.Zu dem fürstlichen Forste von Elvers- oder Elfersberg gehörte auch
der Saarbr. Altenwald 938 5/8 Morgen 24 1/4 Ruten, nass. saarbr. M.
12.Bemerkung zu dem militärischen Grad des Fürsten: Der Fürst errichtete,
um einen höheren militärischen Grad usw. zu erhalten, ein 3.
Regiment unter dem Kommando des Herrn v. Mandel, dem er Dillingen
abgekauft hatte, welches nun zu einem franz. Herzogtum erhoben wurde.
Die bisherige Gräfin von Ottweiler, Gemahlin des Fürsten, wurde
laher ebenfalls zu einer Herzogin erhoben. Doch die ganze Nachkommenschaft
Ludwigs ist, im Mannestamme wenigstens, ausgestorben.
‚3.Die Witwe dieses Grafen, Luise Sophie, Gräfin von Hanau-Lichtenberg,
starb im hiesigen Schlosse am 9, April 1751. - Sämtliche nassau-saarar.
Linien sind mit Ausnahme der Weilburg-Ottweiler'schen ausgestorden.
Die jetzigen Herzöge von Nassau stammen von dem Grafen Albrecht
ab, welchem bei der Erbteilung im Herbste 1574 die Grafschaft Ottw.
usw. zugefallen war. Er starb im J. 1593 (11. Nov.) und seine Leiche
wurde am 25. Nov. in der Klosterkirche zu Neumünster beigesetzt.
Seither ist der Greuel der Verwüstung über dieses, von ihm im Jahre
1575 aufgehobene Kloster ergangen, Im Jahre 1634 war es bereits eine
Ruine.
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