Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

FUSSNOTEN
1.

Siehe: Begründung von 5 geognostischen Abteilungen in den Steinkohlen
 führenden Schichten des Saar-Rhein-Gebirges von Dr. Ch. Weiss.
Verhandl. d, naturhist. Vereins d. preuss. Rheinl. u. Westf. I.
Hälfte 1868. S. 63-134.
Die Grafen von Saarbrücken waren von dem Bischofe von Metz mit einem
großen Teile der Grafschaft belehnt.
Um diesen Austausch möglich zu machen, hatten der Abt Leonhard
Pfaltz und der Convent von Wadgassen (am Montag nach Apostel. Math.
1548) dem Grafen Philipp das ihrer Abtei gehörige halbe Dorf Höchen
und die beiden Dörfer Lummerscheid und Walscheid abgetreten, und
von diesem dagegen das Dorf Bus (Bous) a. d. Saar erhalten.
Sulzbach heisst soviel als Salzbach. Den Ortsnamen Sulz gaben die
Römer mit "Salisso". Als im Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrh.
in Sulzbach die alte Salzquelle wieder entdeckt worden, so wurde im
Nassau-Saarbrückischen in allen Kirchen ein Dankgebet angeordnet.
Der Jäger und Zöllner zeigte unter dem 2. Nov. 1743 dem Oberamte zu
Ottweiler an, dass Johannes Rammacher von Hohfeld am 26. Sept. einen
Wagen Steinkohlen geladen habe, ohne ihn anzumelden, und ohne ein
Attest zu haben, dass er ein St. Wendelscher Untertan sei. Zugleich
zeigte er an, dass am 18. Okt. 2 Einwohner von Mauschbach ebenfalls
2 Wagen Kohlen am Kohlwalde geladen hätten. Bei dieser Gelegenheit
habe er erfahren, dass die Bauern die Kohlen nach Baumholder verführen
 und dort den Wagen zu 10-11 Kopfstück verkauften. Auch komme es
vor, dass Bauern aus dem Baumholderschen sich für St. Wendel'sche
ausgäben, um der mutuellen Zollfreiheit teilhaftig zu werden. Er
arbat sich nun Verhaltungsbefehle aus.
Der erste, wenn ich nicht irre, um das Jahr 1753 angestellte Berginspektor
 namens Woorst, war Hüttenschreiber zu Neunkirchen. Er heiratete
 eine Person mit einem Töchterchen. Der Fürst schenkte ihm als
Heiratsgabe das Hofgütchen zu Lautenbach, welches früher dem Rat und
Oberamtmanne König zugehört hatte. Der neue Berqginspektor hiess
Engelke.
Als der Erbprinz Ludwig mit seiner Gemahlin Wilhelmine Sophie Eleonore
 von Schwarzenburg-Rudolstadt am 4. Dez. 1766 seinen feierlichen
Einzug in Saarbrücken hielt, hatte sich der genannte Berginspektor
mit etlich und 50 Bergleuten in der Nähe des Dorfes Dudweiler, unter
vortrefflicher Bergmusik und unter steter Abfeuerung bei 30 Stück
grosser Kanonen zur Parade aufgestellt. Gedachter Berginspektor hatte
 sich und alle seine Leute in neue Berghabits gekleidet, davon
sein und derer anderer Vorsteher ihre, von schwarzem Atlas mit
reichem Gold, die Schurzfelle von Schwarzem Sammet mit goldenen
Franzen und auch der schwarzsammetnen Kappen mit silbernen Schildern
besetzt waren. Gesch. d. Stadt Saarbr. und St. Johann v. Ad,
Koellner. I. Bd. S. 71. Wir lernen aus dieser Notiz die Zahl der
Bergleute im Saarbrückischen und ihr Aeußeres näher kennen.
Ich will zum Beweis hierfür nur ein einziges Autograph veröffentlichen.
 Das Tan zen war in hiesiger Gegend sehr verpönt. Am
Pfingstdienstag, der ein halber Feiertag war, hatten 5 junge Leute
            
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