Beispiel zu Verbesserungen an. Der Fürst Wilh. Heinrich hatte zu diesem
auch eine besondere Neigung.
Im 16. Jahrh. wurden viele Pferde in der Grafschaft gehalten. Ein
Verzeichnis von 1574 zählt 1 066 Stück derselben. Eine Aufnahme von
174. enthält nur 1699 Stück.
Infoge des Kleebaues und anderer Futterkräuter ist die
Stallilfütterung eingetreten. Die Glanrasse ist herrschend
geworden. An Stelle der Geissen sind meistens Kühe getreten.
aäegen die Schafherde wird, wenigstens in der Stadt, noch ein
stiller Krieg geführt. 0b die Schafe oder die denselben abholden Bürger
siegen werden, ist noch ungewiß.
Ein Verzeichnis vom Jahre 1737 zeigt folgenden V iehs t and : 4635
Stück Rindvieh, 14 782 Stück Schafe und 1] 339 Geisen.
Unsere Gegend war im allg. reich an fürstlichen Wa ldungen . Die
Gemeinden besassen aber sehr wenig an Waldungen. Das wurde in der alten
Zeit wenig geachtet, weil viel abgängiges Holz vorhanden war. Auch war
die Holztaxe sehr niedrig. Im Jahre 1709 erscheinen die Bauholz -
Eichen in einer Forstrechnung mit 1 fl. eingetragen.
Der Graf liess in den Waldungen von Neunkirchen Pottaschbrennerholz
schlagen, un Pottasche daraus zu brennen. Da die Waldungen so
wenig einbrachten, so liess der Graf am Bildstocke, am Hühnerbrunnen
und anderen Stellen den Wald abtreiben, um Höfe anlegen zu können. Der
Kohlwald, früher mit einem Wildzaun umgeben, wurde am Ende des 17.
Jahrh. befreit, indem der Wildzaun nach Neunkirchen verlegt wurde. Die
äarten- und andern Zäune durften daher nur eine gewisse Höhe haben,
damit das Wild nicht am Uberspringen derselben gehindert werden möge.
Wo ein Hirsch in der Parforce-Jagd eingefangen wurde, da erhob sich ein
Bau mit einer Inschrift. Welche Wald- und Wildherrlichkeit! Wo bist du
hin?
Die ältesten Nadelholzstämme, Fichten, standen auf dem Reiherswalde.
Als sie vor einigen Jahren abgetrieben wurden, zeigten die Holzringe,
dass sie dem Anfang der 40er Jahre des vorigen Jahrh. angehörten. Sie
waren von weither zu sehen. Bäume von angrenzendem Alter stehen noch
auf dem Stennweiler Walde am Wege nach Welschbach. Die schönen Rot -
tannen im Reiherswalde sind in der letzten Zeit der nassau-saarbrückischen
Regierung gepflanzt worden. Die Lärchen sind unter
dem Förster Sauerwein in den Jahren 40-47 gesät worden. Seit einigen
Jahren hat man auch der Weisstanne eine Stelle eingeräumt.
Die wenigen Platanen an der Bliesbrücke in der Viktoriastrasse
sind im Jahre 1837 gepflanzt worden. Die neue Brücke wurde 1837
vollendet.
Die italienischen Pappe ln (Bellen) wurden schon unter dem Fürsten
Heinrich gepflanzt, man vertreibt sie jetzt nach 100 Jahren wieder.
Von den Familien vor 1574 sind nur noch wenige übrig: z. B. die Familie
Presser aus Welschbach, Sixt (Six) aus Uchtelfangen,
Schwingel und Hell aus Remmesweiler, Kiefer aus Niederlinxweiler,
Linxweiler und Kunz aus Fürth,
Schley aus Wiebelskirchen. Diese wohnten damals in den genannten
Orten; seither aber haben sie zum Teil andere Wohnorte bezogen. Die
alte Bevölkerung ging im 16. u. 17. Jahrh. durch die Pest, dann durch