geschehen zu sein, denn noch heute erinnert der Wingertsberg und der
Wingertsweiher daran. Es ist auch keine Frage, dass auch das obere
Bliestal schon einzelne Stellen darbietet, welche den Weinbau
gestatten.
Der Hopfen ist ebenfalls hier angebaut worden. Das war schon
unter dem Grafen Ludwig im Anfang des vorigen Jahrhunderts der Fall.
Der Name Hopfengarten, dem Pavillon gegenüber, hat das
Andenken daran erhalten.
Wollen wir sonst auf die Geschichte der Obstbaumzucht sehen, so werden
wir die Augen auf den Klostergarten zu Tholey, in alter Zeit berühmt
durch feineres Obst, auf das Neumünster Kloster und den hiesigen
Hofgarten, den Hofgarten zu Saarbrücken, auf den Garten zu Calmesweiler
die Augen zu richten haben. Aber auch die Regierung nahm sich der
Ibstbaumzucht an; denn schon in der Forstordnung vom Jahre 1603 wurde
dieselbe bzgl. der in den Wäldern vorkommenden Wildlinge in Schutz
genommen.
Der Graf Friedrich Ludwig von Ottweiler verordnete im Jahre 1716, dass
jeder Förster jährlich 100 Wildstämme für ihn veredeln solle, Es wurde
ihnen für jeden angeschlagenen Stamm ein Batzen zugesagt.
Das Dorf Münchwies , um das Jahr 1690 von 8 Franzosen angelegt,
wurde sonst ebenfalls wegen seiner Obstbaumzucht gerühmt,
Ich hoffe, dass die seit 4 Jahren angeordnete Bepflanzung
der Landstrassen mit Obstbäumen von sehr gutem Erfolge
sein werde. Es wäre über die Auswahl der Obstsorten und der Anpflanzungsstellen
noch manches zu sagen. Doch der Raum gestattet es nicht.
Nur will ich noch den Wunsch aussprechen, dass man wenigstens die
kleinen sog. Kern- oder Knappkirschen nicht an Flurwege pflanzen möge;
wer davon, vom Holzwerte abgesehen, fast keinen Vorteil, aber die
Frucht zertreten haben will, der pflanze sie. Holzäpfel sind viel
nützlicher. In der Regel ist gut Essig dem Kirschenbranntwein vorzuziehen.
Dann nehme man im Grossen und Kleinen Rücksicht auf den Standort,
Mit Umsicht gepflanzt, können die Obstbäume einer Flur zum Schutze
dienen.
Als man anfing, die italienischen Pappe In von der Landstrasse zu
beseitigen, so wurde die Esche angepflanzt, wie am Ende der 20er
Jahre zwischen der Moselbrücke bei Trier und Pallien. Man gab dieser
Pflanzung jedoch keine Folge, sondern man ersetzte sie durch Anpflanzung
von Obstbäumen. Am Welschbacher Wege, d. h. zwischen
der Stennweiler Strasse und dem Walde wurden 1867 Obstbäume
gepflanzt.
Wir haben hier keine sehr alten Nussbäume , die aber in der
Regel gut gedeihen. Die wilden oder Rosskastanien kommen erst nach
Erbauung des Pavillon (1760) vor, ein zahmer Kastanienbaum aber, an
einer schlechten Stelle stehend, hat ebenfalls ein bedeutendes Alter.
Rotblühende wilde Kastanien hat Herr Weyl im J., 1839 aus Nordamerika
mitgebracht.
Am 11. April 1765 verordnete der Fürst, dass Maulbeerbäume
angepflanzt werden sollten. Er wollte die Seidenzucht einführen, das
Projekt wurde jedoch nicht ausgeführt. Friedr. der Gr. und Christian
der IV. von Zweibrücken trieben damals die kleineren Fürsten durch ihr