Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

wenigstens dem Aussäen des Kleesamens nicht ausweichen konnten, so
taten sie diesen vorher in kochendes Wasser, um seine Keimkraft zu
zerstören. Da nun der Samen nicht aufging, so konnten sie der Regierung
sagen: "Sehen sie nun, dass der Klee nicht für unsern Boden passt!"
Es kam zwar unter dem 1. November 1783 eine neue Verordnung; allein sie
blieb lange ohne Resultate. Zur Erzielung eines solchen bedurfte es
eines Beispiels, und dieses gab der katholische Vikar zu Urexweiler.
Die dortige Gemeinde stellt unter dem 16. Februar 1781 der Regierung
vor, dass sie von den protestantischen Mitgemeindsleuten Nikolaus Grob
und Johann Nikolaus Six deren Anteil an einem Wiesenstücke in der Hunau
(3/4 Morgen) angekauft hätten und baten, dasselbe ihrem Geistlichen als
ein Besoldungsstück überweisen zu dürfen. Das wurde aber durch ein
fürstliches Dekret vom 14. April abgeschlagen. Das gab dem späteren
Vikar Lauer aus Saaralben (1784-1803) Veranlassung, sich auf den Kleedau
 zu verlegen. Er tats und hatte, wie die Bauern mit eigenen Augen
sahen, grünes und trockenes Futter für sein Vieh, Und das wirkte. Man
arauchte von nun an den Kleebau nicht mehr anzubefehlen.
ım Jahre 1634 bezog die Herrschaft an Zehntfrucht:
a) Zehntkorn 230 Malter, 7 Fass, 1 Sester
b) Zehnthafer 233 0° sy NN, PP m
Demnach werden in der Grafschaft Ottweiler zirka 2500 Malter Korn und
abensoviel Hafer gezogen worden sein; denn man weiss, dass die Zehntsteigerer
 in der Regel nur das "Geströh" gewannen und frei hatten.
Dabei ist der Ertrag der herrschaftlichen Höfe nicht mit einbegriffen.
[m Jahre 1688 betrug die Zehntfrucht:
a) an Korn 289 Malter, 5 Fass, - Sester,
5) an Hafer 288 " 2, 5", 3 n
ce) an Heidekorn 18 1 h. FM - u

Den Zehnten zu Wellesweiler bezog damals der Zimmermann anstatt der
Zahlung für das Pfarrhaus Neunkirchen. Mit dem Zehnten zu Neunkirchen
war die gräfliche Witwe belehnt. Die Dörfer Hangard und Münchwies
destanden damals noch nicht. Der Ackerbau hatte also gegen 1634 einen
Aufschwung genommen; denn damals zählte die Grafschaft mit Einschluss
von 17 Kirchen und Kapellen 617 Wohnhäuser, im Jahre 1688 aber 199
quartalpflichtige Eigentümer. Das Heidekorn war in Aufnahme gekommen.
Im Jahre 1741 betrug die Zehntfrucht:
a) an Korn 612 Malter,
d) an Hafer 1469 "
c) an Gerste 97
d) an Heidekorn 24?
e) an Erbsen 2
f) an Raps 2

Hier finden wir nicht nur eine Vermehrung des Ertrags an Korn, Hafer
und Heidekorn, sondern auch Gerste, Erbsen und Raps als neu aufgeführt.
Die Einnahmen der Amtskellerei betrugen überhaupt in obigem Jahre:
a) an Geld 22692 Gulden
b) an Frucht
1. Korn
2. Gerste

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