Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

b) Die Blies bei der ersten Brücke
oberhalb St. Wendel
c) Die Viktoriabrücke bei Ottweiler
d) Die Friedrich-Wilhelm-Brücke
bei Wiebelskirchen

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Il. DIE FLUÜSSCHEN, BÄCHE UND TÄLER UNSERER GEGEND
Die Blies (Blesa), welche sich bei Saargemünd in die Saar ergiesst,
entspringt oberhalb Bliesen aus fünf Quellen und führt anfangs den
Namen 0 r ] eb ac oh. Erst bei dem Bliesborn am Fusse des
interessanten, mit einem alten Befestigungsgraben versehenen M om -
berges nimmt dieser Bach den Namen Blies an. Von beiden Seiten
ergiessen sich viele kleine Bäche in dieselbe. Zu Wiebelskirchen
nimmt sie aber die 0 s ter und zwischen Homburg und Einöd den von
Zweibrücken kommenden Schwarz bachh auf. Ihr schwaches
Gefälle lässt sie, wenigstens von St. Wendel ab, ihrer Ausmündung
bei Hanweiler in die Saar der Stadt Saargemünd gegenüber, gleichsam
zuschleichen. Sie gab einst einem alten Gaue, dem B 1 iesgaue,
welcher erst im Jahre 870 von Lothringen zum Reiche Ludwigs des
Deutschen kam. den Namen.
Im Winter erhebt sie sich gern, um sich dann, über ihre Ufer
tretend, breit zu machen. In den letzten Tagen des Monats Februar
des Jahres 1784 war sie jedoch so angeschwollen und reissend, dass
sie fast alle hölzernen Brücken wegriss.
Als in den Jahren 1857 und 1858 die Fundamente zu den Eisenbahnbrücken
 im Bliestale gegraben wurden, haben wir dadurch die Talfüllung
 näher kennengelernt. Dieselbe ist jedoch an den verschiedenen
aufgeschlossenen Stellen sich weder im Stoffe noch in der Mächtigkeit
 und Lagerung der Flöze oder Schichten gleich. Bei der Viktoriabrücke
 zu Ottweiler zeigte sich 5' und 5" lehmiger Wiesengrund, 3'
schlammiger Letten, 2' Sand, 4' Sand mit Holzresten und darunter
Kies mit Achaten. Es kamen ganze schwarzgewordene Eichenstämme, aber
auch Reste von verarbeitetem Holze, Dielen mit Nägeln usw. zum
Vorschein. Eine Sondierung zwischen dem Adlerberge und dem Wiebelskirchener
 Tunnel zeigte eine Talausfüllung von 30 Fuss Mächtigkeit
Über das Alter der unter dem Kiese liegenden Ausfül lung des Tales
kann man sich noch kein Urteil erlauben; die über denselben liegende
fällt jedoch, wie allein schon das verarbeitete Holz zeigt, in
historische Zeit. Dafür zeugt auch noch folgende Entdeckung. Als man
die Fundamente zur zweiten Brücke am Steinberge bei Oberlinxweiler
grub, so stiess man auf die alte Römerstrasse, welche sich auf dem
Heiligenberge hinter Winterbach von der Rennstrasse abzweigt und
dann an der Ostspitze des Allenwaldes vorüber durch die Wurzelbach
nach dem Fusse des Steinberges hinzieht, um dort über die Blies zu
setzen. Man fand nun die Stelle, wo sie den Bliesübergang bewirkte;
aber sie war dort acht Fuss noch von Flöz oder Schwemmschutt
überschüttet. Da sich an jener Stelle wohl eine hölzerne Brücke
befunden hat, so wird man die seitherige Anschwemmung oder die
Erhöhung des Bliestales noch viel höher anschlagen können. Es unter-
            
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