Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

nach den Umrissen des Körpers ausgehauen, sodass der Kopf, die Schultern
 und Hüften sich auszeichneten. Weshalb der Verstorbene diese
ainsame Begräbnisstätte erhalten haben möge, darüber ist nichts bekannt.
Joch ich wollte ja landwirtschaftliche Notizen mitteilen und bin darüber
 in die Gräber geraten. Es ist nun Zeit, dass ich mich wieder auf
Freies Feld schaffe.

Mit dem Jahre 464 kamen die Alemannen und nach 496 die Franken
in unsere Gegend. Ich glaube nicht, dass sie grosse landwirtschftliche
Verbesserungen mitgebracht haben; allein es traten doch wieder Schutz
und Ordnung ein. Die Franken waren grosse Freunde von schönen Domänen
und Landgütern, Die römischen Domänen und verlassenen Güter wurden
daher vorab weggenommen. Die Eroberer werden auch sonst bezüglich des
Annexierens nicht gar zu ängstlich gewesen sein. So finden wir das
«önigliche Haus (Grimo) in Tholey, wozu auch wohl die Gegend von St.
Wendel, Wolfersweiler, Baumholder gehörte, und St. Medard, begütert.
Die Metzer Könige scheinen auch wohl der Kirche von Metz in Gnaden
eingedenk gewesen zu sein: denn sie kommt nachher als eine Besitzerin
von Illingen, Schiffweiler, Wiebelskirchen und Linxweiler vor. Der
Bliesgaugraf wird auch wohl noch Güter darin gehabt haben. Wie im Grossen
 eine genaue Abgrenzung der Gaue und der Lehne und Allodien vorge-1ommen
 wurde, so tat sie auch im kleinen Not. Und so entstanden die
3änne . Diese waren ursprünglich grösser als späterhin und man nahm
gern Bäche zu Grenzen. Ich will das an einigen Beispielen noch auszuweisen
 suchen. Der erste Bann von Ottweiler hat vor 864 wohl teils zu
Niederlinxweiler und teils zu Wiebelskirchen gehört. Da sich damals
aine St. Martinskapelle in ersterem Orte befand, so ist anzunehmen,
dass es zur Mutterkirche von Wiebelskirchen gehört habe. Nun entstand
Ottweiler und es wurde eine neue Bannabteilung erforderlich. Die Blies
machte die Banngrenze zwischen Ottweiler und Neumünster
 . Der Bann von Neumünster hat aber wenigstens das Bächlein zur
Grenze gehabt, welches zu Steinbach entspringt und sich in die Oster
ergiesst. So war auch die Oster an dem finsteren Stern die Grenze,
welche von dort über die Höhe in das Tal Ransbach fortlief und an der
Blies endigte. Die Ottweiler Grenze lief dann auf der Straße nach. Bei
Mainzweiler war das Bächlein die Grenze zwischen Urexweiler und Ottweiler.
 Steinbach, Welschbach und Mainzweiler sind neue Dörfer. Auch
diese bedurften abgesonderter Bänne, und sie wurden hergestellt, indem
die Herrschaft von allen Seiten, soweit sie dazu berechtigt war, Teile
dazu nahm. Geeignete abgelegene Terrains hat die Grafschaft zur Anlegung
 von Höfen benutzt, z. B. Baltersbach, Welschbach, Leopoldstal,
Landsweiler, Stennweiler usw.
Unsere Gegend hatte in früherer Zeit freie und unfreie
Güter. Die Stadt Ottweiler hatte freie Güter und diese konnten geteilt
werden. Die unfreien Güter, Vogteien oder Stockgüter genannt, vererbten
sich ungetei lt auf das älteste Kind, nur durften auf diese
Heise nicht zwei Stockgüter zusammen kommen. Die nachgeborenen Kinder
wurden durch Taxen abgefunden. Die ersten Besitzer der Stockgüter waren
Leibeigene (Mancipia). Späterhin löste sich dieses Verhältnis mehr und
mehr.
Da die Grafschaft im Jahre 1635 fast ganz verheert worden, so gab es
eine Menge erledigter Güter. Man begünstigte daher Einwanderungen. Die
Einwanderer erhielten daher vakante Güter, aber unter bestimmten, in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.