Der Fabrik wird nachgerühmt, dass sie eine vorzügliche, d. h. dauerhafte
Ware geliefert habe. Nach dem Einrücken der Franzosen im Herbste des
Jahres 1794, geriet diese Fabrik ins Stocken. Die meisten Arbeiter
wanderten späterhin nach Saargemünd, wo Herr Utzschneider eine Fayencefabrik
errichtet hatte. Dorthin wurde auch der grösste Teil der Utensilien
gebracht. Späterhin (1807) verkaufte die französische Domänenverwaltung
auch die Gebäude.
ANHANG
Landwirtschaftliche und andere Notizen
Zum Schlusse teile ich noch einige TlTandwirtschaftliche Notizen mit. Ich
möchte sie, obgleich sie von keiner grossen Bedeutung sind, erhalten.
Wir finden Spuren römischer Aecker, z. B. im Stennweiler Walde jenseits
der Brücke, linkerhand am Wege nach Welschbach. Dort stehen noch die
alten Marksteine, welche in der Regel mit einem Buchstaben bezeichnet
sind. Die einzelnen Grundstücken hatten eine Größe von 3/4 bis 1
Morgen. Wenn ich die Gräber auf den nahen "Hohenbuchen" damit in
/erbindung setzen dürfte, so würde ich annehmen, dass wenigstens einige
3ewohner des Waldes um die Mitte des dritten Jahrhunderts gestorben
seien. Denn in einer Graburne wurde eine silberne Münze des Kaisers
Maximinus (235) von äusserst guter Erhaltung gefunden, woraus ich
schliesse, dass dieselbe noch nicht lange im Kurse gewesen , als sie in
die Urne gelegt wurde. In einem Walde bei Dirmingen soll Aehnliches
vorkommen. Auch im Reiherswald kommen die Raine alter Aecker vor. Der
Reckelberg (Ring-, Rink-, Rinkel-, Reckelberg) war in alter Zeit ebenfalls
stellenweise angebaut. Dasselbe lässt sich auch von anderen
Waldungen sagen.
zs ist keine Frage, dass namentlich in der Nähe der Post-Mutationen
auch Ackerbau getrieben worden ist. Auch waren die meisten Villen
(Höfe) wohl nur Bauernhöfe. Herrschaftliche Niederlassungen finde ich
vor zu Tholey, amEselsrech beiHirzweiler , im
Walde bei Eppelborn , im Kasbruche bei dem Forbacher Hofe, auf
der Spiesener Höhe beim Freidelbrunnen etc. Obgleich ich damit die Zahl
derselben nicht abschliessen will, so glaube ich doch, dass die meisten
alten Höfe nur Bauernhöfe (villae rusticae) gewesen sein dürften.
Unsere ganze Gegend war jedoch ziemlich regelmässig mit Villen bedeckt,
sodass man wohl annehmen kann, dieselbe sei meist mehr oder weniger der
Gegenstand einer Landverteilung an ausgediente Soldaten gewesen.
Nach der Verschiedenheit der Gräber zu urteilen, scheinen verschiedene
Volksstämme in unserer Gegend gewohnt zu haben. Bei der Neumühle und
auf dem Roon bestanden die aufgedeckten Gräber meist nur in einer
Urne , welche ausser der Asche auch einige zerschlagene Werkzeuge
enthielten. Hinter Remmesweiler erscheinen ähnliche Gräber mit allerlei
Zutaten, namentlich bei Frauenzimmern, Schaumlöffel, Messer, sogar ein
Feuerstahl usw., mitunter auch Münzen z. B. eine Silbermünze der Julia
Maeda (also aus dem 3. Jahrhundert), bei Welschhausen (auf der Fusshöhe)
fand man eine Schafschere dabei. In einem Grabe fand sich auch eine
kleine gläserne Amphora als Tränenfläschen vor. Hinter dem Kohlwäldchen,
bei dem alten Steinbruche, waren diese Urnen mit vielen Steinen
Jmstellt, die Gräber aber in einer Entfernung von 6 bis 7 Fuss
regelmässig angelegt. Es kamen auch einige kupferne Spangen dabei vor.