fürstlichen Landen errichteten Glas- und dergleichen Manufakturen erfordern,
keine Asche, von welcher Art sie seie, fürohin daraus wegführen
zu lassen; So wird hiermit deren Ausfuhre in andere fremde und andere
Lande, auf das nachdrücklichste bei willkürlicher Strafe, verboten und
zugleich gnädigst verordnet, diese Unsere Untersagung aller Orten zur
untertänigsten Darnachachtung bekannt zu machen und aber deren Gelebung
strücklich zu halten."
Halberg, den 27. July 1781.
Ad Mandatum Serenissimi Gez. Lex.
G. Fayencefabrik zu Ottweiler
Nach dem Aussterben der Familie des letzten regierenden Grafen von
Ottweiler, welchen das hiesige Schloss Ottweiler überlassen worden,
beschloss der Fürst Wilhelm Heinrich, den alten gräflichen Sitz abreissen
zu lassen, Das geschah auch, mitunter gewaltsam durch Sprengung,
denn der genannte Fürst soll eine besondere Abneigung gegen
dieses Schloss gehabt haben. Im Schlossgarten befand sich auf einer
Insel ein Gartenhaus. Dieses liess er ebenfalls abreissen, aber durch
ein neues Gebäude "das Pavillon" ersetzen. Ottweiler hatte nun aufgehört,
eine Residenz des Fürsten zu sein. Dieser hielt sich nur noch zur
Jagdzeit hier auf. Er wollte der Stadt aber durch Einführung von
Industriezweigen einen Ersatz für den Verlust der, wenn auch noch so
kleinen Hofhaltung, bieten. Zuerst beabsichtigte er eine Achatschleiferei
hier einzurichten. Zu dem Ende liess er auf dem Banne von Oberlinxweiler
Jaspis sammeln. Er starb aber noch vor der Ausführung dieses
Planes.
Der Fürst Ludwig resolvierte unter dem 15.März 1771 Folgendes:
“Ihre Hochfl. Durchl. wollen sich den Antrag gnädigst gefallen und
geschehen lassen, daß die vorrätigen Achatsteine und versteinertes Holz
dem Hospital gratis überlassen werden möge, wohingegen Höchstdieselben
demnächst etwas von der daraus verfertigten Arbeit gewertigen wollen.”
Der Kammerrat Stengel ersuchte daher den Rat und Oberamtmann Handel,
einige Stücke Achat nach Saarbrücken zu senden, um durch die Züchtlinge
eine Probe damit zu machen. Diese Übersendung fand statt, was aber aus
der Sache selbst geworden, ist mir unbekannt.
Erfolgreich war für den Augenblick die Einführung der Fayence-Fabrikation.
Es wurden die Wackenmühle (Leydorffs Mühle), zwei Häuser in der
Vorstadt (das des verstorbenen Justizrats Lautz und .das des Herrn
Kreistierarztes Werner), gebaut und andere Räumlichkeiten eingerichtet.
Diese Anlagen fallen in den Anfang der 60-er Jahre des vorigen
Jahrhunderts, Die Mühle wurde im Jahre 1763 von der Herrschaft gekauft
und demnächst als Wackenmühle benutzt. Unter dem 14. Mai 1768 wurden
Carl Gottlieb Grahl als Direktor und M. Wagner als Faktor eidlich in
Pflicht genommen.
Das Ganze kam aber erst im Anfang der Regierung des Fürsten Ludwig
recht in Zug. Diese Fabrik, von Franzosen geleitet, bezog ihre Materialien
z. B. die grossen Quarzblöcke, vom Hunsrücken und den Sand vom
sogenannten neuen Eichenwäldchen zwischen der Ziegelhütte und Fürth, wo
sich eine Ablagerung von weissem Quarzsande mit verwittertem Feldspat
(Kaolin) befindet.