Als die Franzosen im Jahre 1794 das Land besetzten, so nahmen sie auch
das Hüttenwerk in Besitz. Schon am 24. März 1794 (le 4 Germinal 1' an 2
de la Republ.) erliess der General Moreau, welcher die den linken
Flügel der Moselarmee bildenden Divisionen kommandierte, aus dem Hauptquartier
Neunkirchen den Befehl, dass die Einwohner von Mainzweiler von
allen Fronden und Fourage-Requisitionen frei bleiben sollten, weil sie
die Kalksteine zum Hüttenwerk beiführen müssten. Die Distriktsverwaltung
von Saarlouis erteilte dem Bürger Henricon, Delegierten
Commissaire für das Nassau-Saarbrückische Gebiet (unter dem 3
Nivose ]' an 3) denselben, aber ausgedehnten Befehl für alle Bewohner
der Gegend mit Bezug auf das Hüttenwerk, den Bergbau, die Alaunwerke
USW.
Der Bürger Savoys war der Direktor der nassau-saarbrückischen Eisenund
Kohlenwerke, welche inzwischen förmlich konfisziert und verpachtet
worden waren, und Spezialdirektor zu Neunkirchen war der Bürger Lacour.
Dieser schloss mit den Einwohnern von Mainzweiler wegen der Bei -
fuhr der Kalksteine einen Vertrag ab und
ersuchte den Rat Haffner, dieselben deshalb von allen anderen Fuhren
freizulassen (6 Ventose 1'an 3).
Am 2. August 1796 erscheint als "Regisseur auf der Hütte" der Bürger
Nicolas. Obiger Befehl wurde noch von dem Inspekteur Lelievre (d.d.
Saarbrücken 19 Thermidor 1' an 4) und von dem Generaldirekteur der
Administration der eroberten, von der Rhein- und Moselarmee besetzten
Lande (d.d. Zweibrücken 26 Thermidor 1’ an 5) wiederholt.
Der Regierungskommissaire und Direkteur Velte verordnete (d.d. Saarbr.
6 Thermidor 1]1' an 4), dass die Dörfer soviele _Fuhren zu liefern
hätten, als der Ingenieur der Hüttenwerke zu Neunkirchen im Interesse
des Dienstes requirieren werde, Als solcher erscheint ein Bürger Delapre
und ein Sekretär und Zeichner, ein Bürger Wenger.
Unter dem 17. Vendemiaire ]' an 6 teilte der Spezialdirektor Lacour
eine Übersicht der Fuhren mit, welche bestimmt seien, die erforderlichen
Materialien beizuführen, und deshalb von anderen derartigen Leistungen
freibleiben sollten. Zu Neunkirchen wurden damals Kanonenkugeln,
Bomben usw. gegossen. So musste das deutsche Vaterland damals die
Mittel zu seinem eigenen Verderben bieten helfen.
Am 23. Sept. 1805 wurde das Werk der Compagnie Mez für die Summe von
68 477 Frs überlassen. Es befanden sich damals, ohne dass es die Ansteigerer
wussten, der Hof Baltersbach dabei, welcher, wenn ich nicht irre,
von den Gebr. Stumm dem Herrn Pflug aus Saarbr. für die Summe von
40 000 Frs, überlassen wurde.
Dieses Hüttenwerk hat seither einen ungeheuren Aufschwung genommen.
Herr Karl Stumm, ein "wissenschaftlich gebildeter Hüttenmann" (gest.
1848) gab dem Werke eine grössere innere und äussere Entwicklung, wobei
Herr von Steinbeis, jetzt Königl. württembergischer Regierungsrat, erfolgreich
mitwirkte. Jetzt steht dasselbe unter der Leitung des Kgl.
Kommerzienrates Herrn Karl Stumm jr. Die Eisenerze werden aus dem
Französischen, Luxemburgischen, Hessischen und Nassauischen sowie aus
der Umgegend bezogen und gemischt. Die ärmeren Erze der Umgegend werden
jedoch nicht mehr zugelassen. Es ist möglich geworden, die kostspielige
Holzfeuerung zu beseitigen umd die Koksfeuerung einzuführen. Die
neuesten Entdeckungen und Fortschritte kommen, soweit es die Verhält-