Der Ackerer Peter Müller zu Eppe 1lborn besitzt eine ähnliche
Platte, welche jedoch anstatt des Namens des Grafen Johann Ludwig den
seines Sohnes und Nachfolgers Friedr. Ludwig führt. In der Neumühle
befindet sich eine solche vom Jahre 1694 mit Lilien und einer franz.
Inschrift.
Die Franzosen herrschten damals von 1680-1697 im Lande. Es kamen deshalb
viele franz. und belgische Hüttenarbeiter in unsere Gegend. Es
erscheinen unter den Paten und Taufzeugen im kathol. Taufbuche auch
einige Namen, welche späterhin eine grössere Bedeutung erlangt haben,
Z.B. Johann Bernard Krämer ‚, Schmelzermeister (Maitre forgeron de
la forge) und Johannes Gotb ilt ,‚ Schmied aus dem Sickingischen.
<önnte man darin nicht die Ahnen der Familien Krämer und Gotbilt
erkennen? Als Vorsteher (Maitre de la forge) erscheint Jean Paul
Mayer.
Unter der vormundschaftlichen Regierung der Fürstin Charlotte Amalie
von Nassau-Usingen wurde ein noch stehendes Gebäude auf der Hütte eraut.
Dasselbe trägt die Inschrift 17.C.A.P.N.34. (Charlotte Amalie
Principisse Nassoviensis 1734).
Im Jahre 1741 bestanden folgende Gebäulichkeiten des Hüttenwerkes:
‚ Die Hüttenschreiberei-Wohnung,
>, die Schmelze,
3. das Magazin,
4, der kleine und grosse Hammer,
5. das Formhaus,
6. der Schlackenpocher und
7. zwei Kohlenscheuern.
Es erscheinen 2 Hüttenarbeiter und 2 Tagelöhner. Der kleine Hammer
wurde gebaut 1744. Folgende Inschrift erinnert noch daran: "17 W.H.
P,N.44'", Wilhelmus Henricius Princeps de Nassovia. Die 2. Schmelze,
die "Neue" genannt erscheint in unseren Pfarrbüchern erst 1752. Es
wurde nämlich am 21. Febr. 1752 ein Sohn von Pierre Brougnon und Salome
Camus getauft.
Um diese Zeit scheinen viele Württemberger nach Neunkirchen
gekommen zu sein, denn in einem Berichte des Pfarrers Georg
Christian Lichtenberger v. 12. Sept. 1753 heisst es: "Dieses Jahr hat
hiesige evang.-lutherische Gemeinde noch einen starken Zuwachs bekomnen,
als ehe. Da zuvor auf hiesigen Eisenwerken meist alle Arbeitsleute
römischer Religion zugetan gewesen, So hat der gegenwärtige lutherische
Herr Faktor Jakobi solchen nach und nach den Abschied gegeben und
lauter evang.-lutherische aus dem Württembergischen beschrieben und
angenommen und beläuft sich ihre Zahl fast über 28 Familien, die
wirklich hier arbeiten."
Das lag aber gewiss nicht in der Gesinnung des Fürsten Wilhelm Hein-“ich,
der, als den Katholiken einige Jahre vorher die mit Stroh
gedeckte Kapelle auf der Hütte abgebrannt war, einen Saal im Schlosse
zur Abhaltung des kath. Gottesdienstes einräumte, Er gab auch nicht
allein die Erlaubnis, sondern auch eine Unterstützung zur Erbauung der
Kapelle, welche am 23. Nov. 1752 eingesegnet wurde,
Im Jahre 1764 erscheinen im ganzen nur 38 Eisenschmelzer.