welchen ein Untertan zum Bauwesen brauchet oder verkaufet, der
10. Pfennig entrichtet und bei der etwaigen Ausfuhr desselben
ausser Land auch noch der gewöhnl. Zoll bezahlt werde, wohingegen
aber der im Ottweilerschen zum Ackerbau und Düngung verbraucht
werdende Kalk von der Abgabe des 10. Pfgs. wie bisher,
also auch fernerhin bis auf anderweitige gnädigste Verfügung
freibleibet. Es ist demnach diese unsere Verordnung nicht nur
jedermann zur untertänigsten Nachachtung hinlänglich bekannt
zu Machen, sondern auch von den Behörden auf ders. Vollstreckung
genau zu halten."
Saarbr., den 18. Febr. 1791.
L.F.Z.N.S.
Der Kalkbergbau wird heute noch zu Ottweiler, Welschbach, Werschweiler,
Niederlinxweiler, Mainzweiler, Urexweiler und Dirmingen getrieben.
Der an diesen Orten ausgebeutete Kalk ist, wie bereits oben
gesaqt, von besonderer Güte.
C. Erze
Es liegt in der Natur des hiesigen Gebirges, dass nicht vielerlei Erze
darin vorkommen können.
ı1,Kupfererze
Im Jahre 1747 kamen Thielemann Steyher von Katzenbach im Oberamte
Lautern, und Theobald Teutschmann aus Stahlberg im Oberamte Meisenheim
bei dem Fürsten Wilhelm Heinrich mit der Vorstellung ein, dass
verschiedene Anzeichen ihnen Hoffnung gemacht, dass ein Teil des
aebirges im Oberamte Ottweiler mit Kupfer und Quecksilber angereichert
sei. Sie bäten deshalb um ein Erbbeständnis. Der Fürst bewilligte
ihnen dieses Gesuch am 16. März 1747 unter verschiedenen
Bedingungen. Derselbe behielt sich den Zehnten und von 16 Kuxen zwei
5reikuxe vor und gab den Unternehmern die Versicherung, dass kein
anderer die Erlaubnis erhalten solle, im Oberamte Ottweiler irgend
ain Erz aufzusuchen. Aus einem Regierungsreskripte vom 24. April
desselben Jahres geht hervor, dass die Erbbeständer glaubten, bei
überlinxweiler gute Anzeichen gefunden zu haben. Dieselben boten
daher noch einige Stämme der Gewerkschaft gegen die quartaliter zu
erlegende Zubusse an. Die Regierung erliess zu diesem Ende Einladungsschreiben
in die benachbarte Gegend. Es ist mir jedoch nicht
sekannt, ob und welche Teilnahme dieses bergmännische Unternehmen
gefunden habe. Diesem gehört der verlassene alte Stollen an, welcher
sich auf dem Banne von Oberlinxweiler am Fusse des Spiemonts befindet.
Es ist bereits oben von dieser kupfer- und eisenhaltigen Stelle
die Rede gewesen.
-35362nN82e2er?
Das wichtigste und verbreiteste Erz unserer Gegend ist das Eisenerz.
Es tritt unter verschiedenen Formen auf. Wir sehen es als tonigen
Sphaerosiderit (in Nierenform). Es enthält dann nicht selten im
Innern Fische, Saurier, Pflanzen usw., an welche sich der Eisenstoff,
sie durchdringend, angesetzt hat. Oft sieht man den Schwefelkies
damit in innigstem Zusammenhange. Das Eisenerz erscheint
auch als Ton-, Rot- und Brauneisenstein. Ein Hauptfundort scheint