Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

Saarbrücken, als er sich am 9. Dezember 1765 in seinem Pavillon
 zu Ottweiler aufhielt, dem damaligen Oberamtmann und Rate
a0oetz den Auftrag erteilte, eine vier fachh e Sammlung der im
Ottweiler'schen vorkommenden "Naturalien" anzulegen, nämlich die er -
ste zur gnädigsten Disposition, die z we it e Tür das Gymnasium
zu Saarbrücken, die dr it te für die Prinzessin Car ol in e und
die vier te für das hiesige Oberamt. Für letztere Sammlung sollte
auch auf fürstliche Kosten ein Spinde mit Gefächern zur besseren
Aufbewahrung der Exemplare angeschafft werden. Diese Sammlungen sind
jedoch spurlos verschwunden.
[n neuerer Zeit hatte der nun verstorbene Schichtmeister Th ill zu
Neunkirchen eine wertvolle Sammlung angelegt.Der hiesige Kreis-Physikus,
 Herr Dr. Herrmann ist ebenfalls im Besitze einer nicht zu
verachtenden oryktognostischen Sammlung. Auch ich habe, namentlich seit
dem Jahre 1857, manches gesammelt. Mir gaben dazu die Eisenbahnarbeiten
im Bliestale - vom 31. März 1857 bis zum 25.Mai 1860 - wodurch interessante
 Gebirgspartien aufgeschlossen wurden, und dann die Vorträge,
welche ich von Zeit zu Zeit im Knappenvereine zu halten hatte, eine
willkommene Veranlassung, denn es erwachte dadurch wieder eine alte
_jebhaberei, welcher ich bereits im Jahre 1828 auf Veranlassung des
iochwürdigsten Herrn Bischofs Joseph von Hommer in der Chronik
der Diözese Trier Worte geliehen hatte. Ich wollte zunächst eine
_okalsammlung anlegen, welche imstande wäre, auch einem reisenden Natur-Forscher
 schnell eine Übersicht der interessanteren geologisch-geognostischen
 Vorkommnisse unserer Gegend zu gewähren, um so seine Aufmerksamkeit
 leichter auf diese oder jene Stelle zu lenken. Dass ich dabei
aber Exemplare aus Afrika, Asien und andern Gegenden nicht verschmäht
habe, lässt sich leicht denken. 0b es mir jedoch gelingen werde, eine
wissenschaftliche Ordnung in das Gesammelte zu bringen, weiss ich noch
nicht, denn es fehlt mir an einem geeigneten Lokale zur Aufstellung.
Joch, wir wollen sehen! ;
Zum Schlusse will ich noch Einiges über den Inhalt dieser Beiträge,
soweit er mir angehört, und über die Form derselben sagen. Ich habe den
Notizen einige geologisch-geognostische Bemerkungen vorausgeschickt.
Diese sind nicht für die gelehrten Naturforscher, sondern zunächst für
solche Leser, welche entweder garkeine oder doch nur eine sehr geringe
naturwissenschaftliche Bildung besitzen. Was jene für überflüssig halten,
 ist diesen vielleicht sehr erwünscht. Ich wollte auch im Knappenstande
 zur Aufmerksamkeit und Beobachtung anregen helfen. Ich wollte
daher des leichteren und besseren Verständnisses wegen, manches aufnehmen,
 was sonst hätte übergangen werden können,
Jann aber habe ich denen, welche in den Knappenvereinsversammlungen
Vorträge zu halten berufen sind, wenn auch keinen Stoff, doch wenigstens
 einige Anknüpfungspunkte bieten wollen. - Besonders aber wollte
ich dem Materialismus, welcher jetzt in vielen umnebelten Köpfen zu
spuken und zu rumoren anfängt, wenigstens durch einige Bemerkungen
antgegentreten, denn er ist so verderblich als unwissenschaftlich, "ein
massenhaft zusammengehäuftes Konglomerat von MWidersprüchen". Lie -
3 ig nennt die meisten der auf materialistische Weise Naturwissenschaft
 treibenden Individuen "Spaziergänger, Dilettanten und Fremdlinge
auf dem Gebiete der Naturwissenschaft, die vor dem ungläubigen und
leichtgläubigen Publikum Behauptungen aufstellen, welche die Meister
            
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