der linken Rheinseite zu erwerben wünscht. Vorläufig wäre sie schon
zufrieden, wenn sie die Grenze von 1801 wieder erlangen könnte.
Darüber kann und wird sich auch niemand täuschen, der nicht absichtlich
getäuscht sein will. Der Gedanke, dass die hiesige Gegend, im
7alle die Steinkohlengruben an eine Kompagnie verkauft würden, an
Wert für Preussen verlieren werde, liegt ziemlich nah. Hinterdemselden
liegt, welch eine verkehrte Gedankengeographie!, der Gedanke an
Schleswig-Holstein. Es gibt sogar französische, nicht ungeschickte,
Mineurs, welche glauben, man sollte, um im Saarbrückischen an die
rechten Flöze zu kommen, in Schleswig-Holstein diplomatischen Stollen
anhauen. Aber diese bedenken nicht, dass wir im Saarbrückischen
ein Blücherflöz haben. Dieses würde in Brand geraten und wie ein
Vulkan Feuer und Flammen hervortreiben, wenn man ihm mit einem
solchen Stollen nahe käme. Doch wozu diese unpolitischen Gedanken
Für einen unpolitischen Menschen, wie ich leider bin. Was ich aber
festhalte, das ist das: Keine millionensüchtige Kompagnie in unserem
Bergreviere! Der König bleibe unser Oberbergherr!
Man hat sogar davon gesprochen, dass es in Frankreich Leute gäbe,
weiche den Wunsch hegten, es möge, um die deutsche Nation nicht zu
verletzen, am Rhein ein eigenes Königreich mit einem fremden französischen
an der Spitze gegründet werden. Dass dieser Gedanke auch
unter die deutschen Arbeiter im Auslande gebracht worden, konnte man
im Jahre 18.. aus Briefen derselben in die Heimat ersehen. In dem
arwähnten Jahre kamen die Steinkohlen in unserer Gegend besonders
zur Sprache und es ist zu unterstellen, dass damals auch Verhandlungen
bezüglich der Veräusserung derselben gepflogen worden sind.
B. Kalkgruben und Kalköfen
Es ist schon oben angedeutet worden, dass der Kalk eine Meeresbildung
ist. Ich bemerke hier, dass wir in unserer Gegend zweierlei
Kalk haben, nämlich Kohlenkalk und Gaukalk. Letzterer enthält viele
Muscheln und andere Versteinerungen, jener aber nicht. Bei Wiebelskirchen
kommt der sog. Tutenka lk vor.
Aus der Gegend von Wiesbach, Urexweiler, Dirmingen streichen über
die Bänne von Wiebelskirchen, Ottweiler, Niederlinxweiler, Werschweiler
usw. auch Kalksteinflöze von Westen nach Osten mit dem gewöhnlichen
Fallen von 70 - 80 Graden. Die Schichten haben in der Regel
eine Dicke von 2 Fuss und darunter. Das Flöz bei Wiesbach soll
jedoch eine Dicke von 3 Fuss haben. Was aber unter einem Fuss ist,
arscheint nicht bauwürdig, oder besser, es trägt die Kosten des
Baues nicht mehr
Der hiesige Kalk eignet sich vorzüglich zum Bauen, besonders auch zu
Wasserbauten. Sein Tongehalt gibt ihm etwas Zementartiges. Der Kalk
zum Weissen wird zu Bischmisheim gegraben. Der Kalkstein des Kohlengebirges
wechselt mit Schiefer, Tonsandstein und einem kalksteinartigen
Sandstein. Er ist durch wellenförmige Risse im Fallen der Länge
nach abgeteilt. Übrigens sind sich die Flöze auch in dieser Beziehung
nicht gleich.
Wann man angefangen habe, den Kalk in hiesiger Gegend auszubeuten,
kann ich zwar nicht sagen, allein ich halte doch einige Kalkgruben
in der Linxbach zwischen Ottweiler und Remmesweiler für alt. Römi-