ses zu beziehen habe. Zur Erleichterung des Bezugs der Steinkohlen
und zur Verhütung des Unterschleifs wurden auf Veranlassung des
Bergamtes zu Saarbrücken (21. Dezember 1820) die gedruckten, mit dem
Stempel der Bürgermeisterei versehenen Kohlenzettel eingeführt (20.
März 1821).
Den Übelstand, dass diese Kohlenberechtigungsetats nicht alljährlich,
sondern nur alle 3 Jahre aufgestellt wurden, beseitigte im
Jahre 1848 der Handelsminister Milde infolge einer Vorstellung,
welche die Abgeordneten Hesse, Weissgerber und ich zu machen ersucht
waren, sehr bereitwillig. Das ist der einzige materielle Vorteil,
welchen wir unseren resp. Wahlkreisen Ottweiler, Saarbrücken und St.
Wendel damals zuwenden konnten. Beruhigend dabei ist jedoch der
Unstand, dass unsere Nachfolger auch nicht einmal soviel aufzuweisen
haben, was durch sie der hiesigen Gegend besonders genützt worden
ist.
Da die Anlage der Eisenbahnen in unserer Gegend voraussichtlich
einen grossen Aufschwung in den Steinkohlenbergbau bringen musste,
50 wurden auch schon frühzeitig zweckentsprechende Vorkehrungen getroffen.
Im Landsweiler Tale wurde bereits am 2. Juli 1846 ein
Jasserlösungsstollen angehauen, der Schacht Nr. 1] desgleichen am 8.
Iktober 1847 und der Schacht Nr. 2 am 12. März 1852. Daraus entstand
die Grube Reden. Im Holzhauertale zwischen Neunkirchen und Spiesen
wurde der Heinitzstollen angehauen am 12. Juli 1847. Am Gebäude "Die
Dechenschächte" befindet sich die Aufschrift: "An Gottes Segen ist
alles gelegen."
Zu diesen Anlagen sind noch in der Zwischenzeit 2 neue gekommen, nämlich
eine in der sogenannten Geisbach zwischen dem Bahnhofe Neunkirchen
und Wellesweiler, und der Schacht "Itzenblitz" im Russhütter
Tale, Neulich ist auch eine Förderung bei Gennweiler eröffnet worden
und im Bliestale zwischen Wiebelskirchen und Neunkirchen werden
jetzt bedeutende Arbeiten (angehauen am 15. März 1867) behufs der
Ausbeutung des Kohlwalder Flözes ausgeführt. Wenn die projektierte
Eisenbahn von Malstatt über Quierschied nach dem Bliestale gebaut
sein wird, so muss der Steinkohlenbergbau ebenfalls wieder einen
neuen Aufschwung nehmen.
Die Voraussicht des Kgl. Bergamtes wurde auch nicht getäuscht, denn
der Kohlenbergbaubetrieb hat seit der Eröffnung der Eisenbahnen (der
"udwigsbahn, der Neunkirchen-Saarbrücken-Forbacherbahn /am 16. Nov.
1852/ der Saarbahn und der Rhein-Nahe-Bahn /25. Mai 1860/) ausserdardentlich
zugenommen. Ein grosser Teil unserer Gegend hat dadurch
aine veränderte Gestalt erhalten.
Indem ich zum Schlusse dieses Abschnittes die Hoffnung ausspreche,
dass gerade der Steinkohlenbergbau-Betrieb noch eine eigene Geschichte
erhalten werde, wende ich mich zu einer von Zeit zu Zeit in
5ffentlichen. Blättern des Aus- und Inlandes auftauchenden Nachricht,
dass eine französische Gesellschaft ernstlich bemüht sei, die Steinkohlengruben
unserer Gegend zu erwerben. Es hat sich in diesem
Fühler ein inniger Herzenswunsch ausgesprochen. Man irrt wohl auch,
wenn man diese Sache für einen Scherz ansieht, denn sie hat wahrscheinlich
einen ernsteren Hintergrund, als es scheint.
Es ist ja ein öffentliches Geheimnis, dass in Frankreich eine grosse
Xompagnie besteht, welche noch mehr als die Steinkohlengruben auf