Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

Rostes durch den Teig stossen, und des folgenden Morgens bei abermaligem
 Einhitzen den ausgedörrten Teig samt der vorrätigen Asche und
toten Kohlen aus dem Ofen nehmen, und daraus wie vorhin beschrieben
worden, einen Teig formieren, wenn man vorhero die starke tote Steinkohlen
 davon abgesondert und angefeuchtet wieder zum Brand aufgelegt
hat.
Worbei nur beobachtet werden muss, dass man die Steinkohlen nicht zu
nahe an den eisernen Ofen lege, sondern, wenn sie darwieder liegen,
mit einem Haken einen Daumen breit zurückziehe. Auf diese Art kann
man succesive den ganzen Steinkohlenvorrat zu nichts reduzieren und
mit wenigem Vorrat den Brand während des Winters sich verschaffen,
wann anderst das Gesind accurat hierbei verfährt."

So lehrte die fürstl. Regierung die Einwohner des Landes das Ofenheizen
 mit Steinkohlen! Man wird es mir hoffentlich zugute halten, wenn
ich solche Kleinigkeiten, die aber sehr in das häusliche Leben
eingreifen, hier mitteile.

Jnter dem 15. August 1765 kamen Johannes Haass, Johann Jakob Presser
und Bartholomäus Tag aus 0 ttwei ler um gnädigste Überlassung
von Steinkohlen um den blossen Gräberlohn ein.
"Dieselben hatten nämlich auf Anraten des Oberamtmannes Goetz gemeinschaftlich
 einen Kalkofen erbaut und auf ihre Kosten sowohl von
Kalksteinen, die auf dem Ottweiler-Neumünsterer Bann, als von dergleichen
 von Bischmisheim gegraben werden, in dem verwichenen Frühjahr
 und Sommer Kalk gebrannt und zum Düngen auf ihre Aecker am
Ziegelberge und sonsten gebracht. Weil sie nun den augenscheinlichen
Nutzen dieser Art Düngung wahrnahmen, so entschlossen sie sich aufs
Neue, Kalk zu brechen und in allerlei Gegenden Proben damit anzustellen.
 Zu diesem Ende erbaten sie sich die Kohlen um die Gräberkosten."
Es erfolgte darauf folgende fürst]l. Resolution:
"Serenissimus haben den Antrag insoweit gnädigst genehmigt, dass nur
1/3 am Kohlenpreis erlassen werden solle, weil ohne Zweifel noch
viel andere dergleichen Supplikanten sich einstellen werden. Bei
demnächstiger Ankunft des neuen Berginspektors soll getrachtet werden,
 den Leuten besonders schlechte Kohlen zum Kalkbrennen vor das
Düngen, jedoch unter des Berginspektoris Aufsicht anzuweisen."
Saarbrücken, den 21. August 1765.
Lautz

Der Steiger Köhler im Kohlwalde wurde von dieser Resolution in Kenntnis
 gesetzt.
Im Jahre 1766 bat auch die Gemeinde St ennwei ler, dass ihr
die auf ihrem Bann zu grabenden Steinkohlen zur Erwärmung ihrer
Stuben unentgeltlich überlassen werden möchten, was ihr jedoch durch
ein fürst]l. Dekret vom 14. Nov. abgeschlagen wurde.
Wir haben schon eben gehört, dass die gemeinen Kohlengräber ganz vom
Steiger abhängig waren. Dieser machte mit ihnen einen besonderen Akkord.
 Übrigens waren die einzelnen Gruben in der Regel auch nur mit
30 Mann belegt. Die Kohlengräber sehnten sich daher nach einer besseren
 Stellung. Conrad Zwalla und Jost Ullrich zu Wellesweiler kamen
daher im Jahre 1766 im Namen aller Kohlengräber mit der Bitte um
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.