solche lediglich zum Kalkbrand verwenden sollen, von welch herauskommenden
Kalk sodann gnädigster Herrschaft der Zehende zu entrichten.
Als wird solches dem Oberamt Ottweiler mit dem Anfügen bekannt
gemacht, um zur Erhebung dieses Zehendes die nötige Verfügung und
Anstalten machen zu können."
Saarbrücken, den 16. Febr. 1765.
Fürst]. Kammer hiers,
Unter dem 19. Juli 1765 schrieb das Oberamt an das hiesige Stadtgericht,
an sämtliche Meier und Geistliche der Grafschaft Ottweiler:
"Da uns von Hochf. Regierung aufgetragen worden, dem Herrn Pastor anliegenden
Vorschlag, wie die Steinkohlen am nützlichsten zur Erwärmung
der Zimmer vernutzet werden können, mitzuteilen, damit sie
sowohl selbst sich dieses zu nutze machen, als ihren Schulmeistern
und Pfarrkindern solchen gelegentlich bekanntmachen und erklären
mögen, als befolgen wir diesen gnädigen Auftrag und erwarten, von
derrn Pastor über den richtigen Empfang dieses eine Antwort."
Ottweiler, den 19.Juli 1765
Das fürst]l. Oberamt, Goetz.
"Welchergestalt die Steinkohlen zur Erwärmung der Stuben und Behältnisse
füglich und nützlich angewendet werden können, solches zeiget
der beiliegende Vorschlag mit mehrerem. Es wird dahero solcher dem
fürstl. Oberamte zu Ottweiler um deswillen hierdurch zugefertigt, damit
dasselbs denen Untertanen hinfordersamst erklären, auch bekannt
machen und erklären, auch ebenfalls die Geistlichen auf dem Lande anweisen
möge, gedachte Untertanen desfalls näher zu instruiren und
sich sothanen Vorschlag zu Nutzen zu machen. Wie es aber geschehen,
darüber wird der Bericht ad acta Regiminis gewärtiget."
Saarbrücken, den 9, Juli 1765.
Fürst]. Regierung hierselbst. Ger lachh.
Der oben erwähnte Vorschlag lautet wie folgt:
“Man nehme ein hölzernes oder ander Gefäss, um die Kohlen vor dem
Ofen damit aufzubehalten, und die nach und nach aufgebende Quantität
darnach abmessen, zugleich aber auch die Proportion der Wärme dadurch
ausfindig machen zu können.
In dem eisernen Ofen, wozu die runden die tauglichsten in Ansehung
des Rauches sind, lasse man einen Rost setzen. Auf diesen Rost lege
man die Kohlen, nach Proportion des Ofens und der zu verlangenden
Hitze ordentlich übereinander; zünde die Kohlen mit kleingeschnittenem
Holz unter dem Rost an, und wann solche in Brand sind, werden
die Holzkohlen mit dem noch nicht verbrannten kleinen Holz unter dem
Rost mittels eines eisernen Hakens herausgezogen. Wenn nun die
Steinkohlen zu brennen aufgehört haben, und eine helle Kohle ausmachen,
so werden die des Morgens aus dem Ofen genommenen kleinen
Steinkohlen und Asche mit Wasser zu einem Teig gemacht, und man
schlägt diesen Teig vornen auf den Rost und über die halbe Glut der
Steinkohlen im Ofen.
Damit aber die Steinkohlen unter diesem Teig nicht ersticken, so muß
man mit einem Stock eines Daumens dicke 4 - 5 Löcher unterhalb des