Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

wird der Ertrag der Steinkohlen mit 6 Gulden vorgetragen. Im Jahre
1726 hatte sich dieser Einnahmeposten jedoch schon bis zu 41 Gulden
gesteigert. Es ist aber nicht angegeben, wo die damaligen Steinkohlegruben
 angelegt waren. Die im Jahre 1741 vorkommenden Distriktsbenenıungen
 auf dem Banne von Wellesweiler "Kohlengrubenwald" und "Kohlenzgrubenfeld"
 liefern aber den Beweis, dass dort Kohlengruben eröffnet
gewesen.
Ja der Graf Friedrich Ludwig am 25. Mai 1728 starb,
30 endigte damit die Grafschaft Ottweiler als solche, und trat unter
der Fürstin Amalie von Nassau-Usingen eine vormundschaftliche Regierung
 für die beiden jungen Prinzen Karl und Wilhelm Heinrich ein.
)iese dauerte bis zum Jahre 1740. Es trat nun die Regierung an:
Wilhelm Heinrich, Fürst von Nassau
saarbrücken (1741 - 1768).
Ich finde, dass im Jahre 1742 wieder eine Grube zu Wellesweiler
aröffnet worden. Um dieselbe Zeit eröffnete auch der nassauische
Amtmann zu Homburg eine Grube zu Mittelbexbach.
Ein Prozess, den der Grubenbeständer Neurohr aus Neunkirchen
mit seinem Associe Di di on im Jahre 1746 führte, gibt über den
Umfang des Steinkohlenbetriebes zu Wellesweiler einigen Aufschluss.
Jener klagte nämlich auf Auflösung des Gesellschaftsvertrages, weil
die Kinder des p. Didion, wenn sie mittags das Essen brächten, einen
Sack Kohlen heimzutragen pflegten. Dadurch aber werde er so benachteilicht,
 dass er bei seinem Pachtvertrage mit der Herrschaft nicht
Jestehen könne. Das Oberamt erkannte auch die Gerechtigkeit der
Neurohr'schen Klage an und löste den mit p. Didion eingegangenen
aesellschaftsvertrag auf.
Im Jahre 1747 wurde auch eine Grube im Hochwalde (zwischen
Neunkirchen und Friedrichsthal ) eröffnet.
Über die damalige Betriebsweise des Steinkohlen-Bergbaues gibt uns
nachstehendes Kammerschreiben an den Oberamtmann Georg Albrecht
 von Rodenhausen und an den Amtskellner Friedrich Georg
Bause zu Ottweiler eine nähere Auskunft. Dasselbe lautet wie folgt:
'Unseren freundlichen Gruss zuvor, Hochedelgeborener, auch Ehren fester,
 sonders hochgeehrter Herr und lieber Freund!
Wir ohnverhalten Usg. Oberamtmann und Räte erklären auch hierdurch,
dass bei Ser.mi nostri Hochfrstl. Durchl. der gewesenen Hofbeständer
Foch die Steinkohlen im Ottweilerischen nicht bergmännisch gebaut,
sondern nur der obere Kohlengang gleichsam als auf einem Raub
aufgearbeitet, die untere und beste Gänge aber in der Erde gelassen
wurden, demnach Höchstdieselbe gnädigst befehlen, dieses gründlich
zu untersuchen und Vorschläge zu tuen, ob und wie diese Steinkohlen
in Zukunft zu gnädigster Herrschaft besseren Nutzen auf bergmännische
 Art und Weise zu beneficieren sein möchten. Die Wir damit Usg.
angenehme Dienste zu erweisen beflissen und auch in Freundschaft
geneigt verbleiben."

Saarbrücken, den 3. April 1749
Fürstl. Nassau-Saarbr.-Kammer Direktion
und Räthe hierselbst.

Jie angeordnete Untersuchung fand statt, und es ergab sich aller-
            
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