Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

Schlusse des Jahres 406 ging ein gewisser Cronsus bei Mainz über den
Rhein und richtete dann im folgenden Jahre grosse Verheerungen auf
seinem Zuge an. Im Jahre 451 kam At t i 1 a mit seinen ungezählten
wilden Hunnen, um sich bei Chalons eine Schlappe zu holen.
das alles konnte jedoch die Herrschaft der Römer, welche in alle Laster
und Schwächen der ÜUppigkeit und Ausschweifung versunken, und darin
entartet waren, nicht retten. Gallien bedurfte einer Säuberung und
zrneuerung und erhielt sie. Am Unterrhein rückten die Franken
und am Oberrhein die Allemannen unaufhaltsam vor und 464 fiel
Metz in feindliche Hände und die Herrschaft der Römer war damit in
unserer Gegend zu Ende, und der Umstand, dass fast alle Reste römischer
äaebäude in unserer Gegend Spuren des Brandes zeigen, sagt uns auch,
dass jene nicht nur dem Schwerte, sondern auch der Brandfackel erlegen
sind.
Die Franken und ATllemannen stritten sich um die Oberherrschaft.
 Es kam im Jahre 496 bei Zülpich zur Schlacht. Die Franken
siegten, und die Allemannen mussten sich bis ins Elsass zurückziehen.
Chlodewig (Ludwig), der Sieger von Zülpich, starb, nachdem er sich im
Jahre 496, am hl. Weihnachtsfeste, zu Reims vom hl. Remigius hatte
taufen lassen, im Jahre 511. Seine Söhne teilten sich in das Reich und
Theoderich (Dietrich) wurde König von Me t z, zu welchem unsere Gegend
gehörte. Dieses Königreich wurde in Herzogtümer und Gaue
aingeteilt. Unsere Gegend gehörte zum Herzogtume der Mosel, und war dem
Bliesgau, dem grossen Moselgau, dem Nahegau zugeteilt. Diese Gauverfassung
 dauerte bis ins 10. und 12. Jahrhundert. Dann aber wich sie den
arblichen Grafschaften und Herrschaften.
Unsere Gegend zerfiel nun in die Grafschaften Blieskastel,
Saarbrücken, und nach der Teilung der letzteren in Zweibrücken, mit der
"reiherrlich v. Kerpenschen Herrschaft I 1 1 ing en und das
lothringische Schaumburger Amt mit der dazu gehörigen Herrschaft E p -
pelborn, in das kurtrierische Amt St. Wendel mit den Dörfern
Yüttig- und Rassweiler.
Zu bemerken ist noch, dass, nachdem im 14. Jahrh. (1353) eine saar->rückische
 Gräfin den Grafen von Nassau-Weilburg geheiratet
 hatte, unsere Gegend das Nassau-Saarbrückersche hiess. Die Grafschaft
 Saarbrücken wurde ebenfalls im Laufe der Zeit wiederholt geveilt.
 Dann wurde Ottweiler mit der Umgegend als eine besondere Grafschaft
 davon getrennt. Im Jahre... fiel die Grafschaft Ottweiler dem
arafen Johann IV., im Jahre 1574 dem Grafen Albrecht von Nassau-Weil-Jurg
 zu, welcher sogar Münzen prägen liess. Es sind Groschen aus den
Jahren 1584 und 89 und Taler aus dem Jahre 1592 mit dem Revers: "Alles
1ach Gottes Willen" vorhanden,
)ie Nassau-Saarbrückische Herrschaft hörte tatsächlich im Jahre 1794,
gesetzlich aber 1801 auf. Es folgte die franz. Herrschaft - 6. Jan.
1814, denn an diesem Tage rückten die schwarzen Husaren hier ein, Sie
machten auch gleich einen Besuch im Kohlwalde und revidierten die
3ücher des Schichtmeisters, um zu sehen, ob noch Geld in der Kasse sei.
Jasselbe war aber abgeliefert. Darauf wurde das Land von einer österreichisch-baierischen
 Administration verwaltet. Am 1. Juli 1816 wurde
aber der Krone Preussen gehuldigt.
            
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