Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

nach Art der Chronisten mit Adam und Eva beginnen. Ich will das aber,
ohne jedoch der Gründlichkeit Eintracht zu tun, unterlassen und nur mit
unserem 2. Stammvater Noah und seinen Söhnen: Sem, Cham und Japhet
beginnen. Die Juden stammen von Sem, die übrigen Europäer aber von
Japhet. Gomer ‚, der Sohn Japhets, hatte auch einen Sohn mit Namen
Askonez ‚den man zum Stammvater der Deutschen macht.
Die Iberier, Nachkommen des Tuba l», scheinen die Wanderung der
Völker nach dem Westen eröffnet zu haben. Denn wir finden sie frühe in
Spanien am Ebro, die Basken werden noch als ihre Nachkommen angesehen.
Dann brachen die Kelten und die ihnen verwandten Gallen (Galen) vom
Jral auf, und zogen über den Rhein und endlich über die Pyrenäen, wo
sie sich mit den Iberiern und nun Kelt-Iberier genannt wurden. Nun
finden wir vielfach in Deutschland, an der Donau, in der Schweiz und im
Lande zwischen dem Rhein und den Pyrenäen die Kelten oder Galen (Galli,
aallea). Diese Kelten oder Gallier bildeten nun verschiedene kleine
Staaten, z.B. die Mediomatriker mit der Hauptstadt M e t z, die Trierer
(Treviri) rühmten sich zwar ihrer deutschen Abkunft, allein sie scheinen
 auch Kelten oder Gaelen gewesen zu sein.
An die Kelten erinnern noch die sog. Donneräxte (aus Stein). Man will
dieselben zwar für Waffen halten, allein viele dieser Steine sind wohl
nichts anders als Abhäutungssteine. Dann kommen noch alte Münzen (die
sog. Tellerches-Münzen) von Kupfer, Silber und Gold vor. Auf der einen
Seite ist ein Kopf, auf der andern ein Pferd, ein Eber usw. Es erinnern
auch noch die Fluss- oder Ortsnamen an die Kelten, z.B. um das, was ich
bereits oben bezgl., der Blies gesagt habe, zu übergehen, Bodobrig
 a (Boppard), Dunum (Daun), Mag um oder Magus (Mayen), No -
vomagus (Neumagen), Rigomagus (Remagen) und viele andere,

Die Kelten waren Ackerbauer und Viehzüchter, auch trieben sie
bereits Handel und standen in manchen Dingen höher als die Germanen,
aber in vielen auch tiefer, denn diese waren ein naturwüchsiges Naturvolk
 mit Schwächen, aber auch mit grossen Vorzügen. Der römische
Geschichtsschreiber Tacitus hielt daher auch nicht die Kelten, sondern
die Germanen den Römern als ein Spiegel vor.
Auf der rechten Rheinseite waren die Germanen, Nachkommen des Askanez
‚von Ger und Mann - Spiessmann, Kriegsmann) den Kelten von Skandinavien
und Norddeutschland aus, sie verdrängend, nachgezogen. Sie waren, wie
wir bereits oben gehört haben, ein verwandtes Volk, hatten daher in der
Sprache und in anderen Dingen noch Manches miteinander gemein. Auch sie
drängten nach Westen und suchten den Rhein zu überschreiten. um auf dem
linken Rheinufer Wohnplätze zu erhalten.
Im Jahre 56 v. Chr. brach der römische Feldherr Julius Cäsar
auf, um durch die Schweiz (Helvetia) nach der römischen Provinz (Provincia)
 zu ziehen. Da man ihm den Durchzug streitig zu machen suchte, und
er auch reichlich von Eroberungslust beseelt war, so führte das bald zu
dändeln. Das Feldherrntalent Cäsars, seine politische Begabung, seine
Kriegsübung, Bewaffnung und Disziplin gingen siegreich aus diesen Kämpfen
 hervor. Nach und nach wurden alle gallischen Volksstämme in einen
Krieg mit Cäsar verwickelt und wurden, da es ihnen besonders an einer,
einheitlichen, vorsichtigen und kräftigen Führung fehlte, auch geschlagen.
 Cäsar ging sogar nach England und zweimal über den Rhein. In der
Zeit von 6 - 8 Jahren war Gallien eine römische Besitzung. Cäsar aber
            
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