Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

„and steigen solle. Das leidige Diplomatenvolk macht den provisorischen
 Zuständen gewöhnlich erst ein Ende, wenn ihm das Wasser, wie
aine Sündflut, am Halse steht, und ihr Los ist dann nicht selten
das, dass sie ihre diplomatischen Schosskätzchen, sie mögen wollen
der nicht, durch den Bach schleifen müssen. Doch lassen wir sie! Es
Kann uns ja gleichgültig sein, ob sie das in Karlsbad oder Baden-Baden,
 Biarritz oder an einem andern diplomatischen oder undiplomatischen
 Badeorte tun.
Zum Schlusse noch eine kurze Antwort auf die Frage: Hat die damalige
Sündflut auch die heutigen höchsten Berge der Erde noch um fünfzehn
z1len hoch bedeckt? Der Ausdruck der Bibel: "Alle hohen Berge unter
dem Himmel..." (1. Mose 8, 19/20) kehrt in der Apostelgeschichte
(...) wieder und bedeutet die von Menschen resp. Juden bewohnten
aegenden. Durch die Vertilgung der Menschen ausser der Familie Noah
und der Tiere der von jenen bewohnten Gegenden war der Zweck der
Sündflut erfüllt. Dann aber ist anzunehmen, dass die grossen Gebirge
entweder in der Sündflut oder auch noch später gehoben worden sind.
Zudem ist auch die Wassermasse groß genug, die Erde damit zu
iberschwemmen. Und sollte es dem Allmächtigen und Allwissenden an
Jasser fehlen, wenn er dessen zu seinem Zwecke bedarf?
Ich habe das noch bemerken wollen, weil es Leute gibt, die in irgend
2inem populären Buche einen Einwand aufgeführt haben, den sie nachher
 bei jeder Gelegenheit an den Mann bringen wollen. Diese können
sich beruhigen. Die Welt hat mehr Wasser und wässeriges Zeug, als
nan sich vorstellt, während es ihnen oft am echten Humor fehlt.
{ch freue mich, nun auf das historische Gebiet übergehen zu können.

IV. BETRIEB DES BERG- UND HÜTTENWESENS

Seit einiger Zeit ist bezgl. des Alters des Menschengeschlechtes viel
Jnsinn unter grossem Geschrei auf den Markt gebracht worden. Man wollte
die Angaben der Bibel zugrunde richten, Jedes aufgefundene Menschengerippe,
 jede alte Scherbe musste dazu als Ausgangspunkt dienen. Man
wollte deshalb das Menschengeschlecht in ein fabelhaftes Altertum hinaufschrauben,

Namentlich hat man auch mit den Pfahlbauten einen wahren
Schwindel getrieben.Jetzt gestehen aber unbefangene Männer z.B. Dr.
Thomossen in seinen Enthüllungen aus der Urgeschichte , dass
as damit nicht so weit her sei, wie man geschrieen hat. Dieser sagt nämlich:
 " Die neuesten Untersuchungen ergaben, dass man mit der ursprünglichen
 Meinung, die Pfahlbauten datierten seit vielen tausend Jahren
vor Beginn unserer Zeitrechnung, beträchtlich über das Ziel hinausgeschossen
 hat. Nichts beweisst, dass selbst die ältesten Pfahlbauten
über die Epoche der assyrischen und babylonischen Eroberer hinausgehen,
aber gewichtige Zeugnisse sprechen dafür, dass die Anlagen bis mindestens
 vor 2000 Jahren noch teilweise bewohnt waren. Ja, die neuesten
Entdeckungen bei den Baggerarbeiten im Strombette des Rheins bei Mainz
haben mit vollster Gewissheit gezeigt, dass selbst römische Kolonisten
am Rhein in Pfahldörfern gewohnt haben.
Den geschichtlichen Boden betretend, sollte ich als guter Deutscher
            
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