Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

verkieseltes Holz und alle Gesteine der hintern und östlichen Gegend,
 sogar Hyperit, oder Hypersthenfels.,
J)ieselben erweisen sich auf diese Weise als die jüngsten grossen
Ablagerungen, welche jedoch nur bei einem grossen Wasserstand er-Folgt
 sein können. Die Ablagerungen von Neumünster und auf dem
Adlerberge erreichen eine Höhe, welche eine meerähnliche Höhe des
Wassers voraussetzen. Es steht aber dadurch auch zugleich fest, dass
die grosse Flut, welche uns diese Ablagerungen zurückgelassen, aus
Nordosten gekommen. Es wird wohl niemanden einfallen, diese Flöze einer
 gewöhnlichen Flut zuzuschreiben und ich trage kein Bedenken, darin
 Zeugen für die grosse Flut zu erkennen, welche wir die Sintflut
nennen.
Ich weiss es wohl, dass viele bei diesem Ausdrucke lächeln, allein
das kann aber die Tatsache, dass über die bewohnte Erde eine grosse
Flut gekommen, nicht vernichten, denn ein solches Ereignis lässt
sich nun einmal nicht weglachen noch wegspotten. Fast alle Völker
haben noch eine Erinnerung daran bewahrt. Uber diese letzte grosse
Erdumwälzung sagt Cuvier: "Ich glaube mit Delue und Doloni
 eu, dass, wenn irgend etwas in der Geologie feststeht, dies
vor allem die grossartige und plötzliche Umwälzung unserer Erdober-Fläche
 ist, deren Eintritt nicht weit über fünf- bis sechstausend
Jahre hinreichen kann, dass diese Umwälzung, die vormals von Menschen
 und den jetzt bekanntesten Tieren bewohnten Länder in die
Tiefe versenkte und völlig untergehen liess, dass diese Umwälzung
dagegen den Boden des letzten Meeres trockenlegte und daraus das
gegenwärtig bevölkerte Festland bildete, dass seit dieser Umwälzung
die geringe Anzahl Individuen, welche dem grossartigen Ereignisse
antgingen, auf der neuen trockengelegten Erdoberfläche sich ausbreiteten
 und vermehrten und dass folglich erst seit dieser Zeit in
fortschreitender Entwicklung Familien- und Staatenverbände gegründet,
 Denkmäler aufgeführt, naturhistorische Tatsachen gesammelt und
wissenschaftliche Systeme entworfen worden sind."
Nach dieser Annahme wäre also bei der Sündflut wenigstens der
grösste Teil der damals bewohnten Erde eingesunken und Meeresboden
geworden, der damalige Meeresgrund dagegen hätte sich gehoben, um
das jetzige Festland zu bilden. Wie dem auch sei, es müssen bei
jener Katastrophe grosse Veränderungen eingetreten sein, es müssen
ungeheure Kämpfe zwischen Land und Meer, der Versenkungen und Erhebungen,
 Losreissungen und Anschwemmungen stattgefunden haben, ehe
die gegenwärtigen Grenzen des Meeres und des Landes eintraten. Es
sind bei diesen Kämpfen Meere entstanden und Meere verschwunden,
Länder untergegangen und Länder aufgetaucht. Schiefer- und Sandsteingebirge,
 Kalk- und Steinkohlenflöze sind Meeresbildungen, alle Länder
 haben daher einst Meeresboden gebildet, in denen heute Kalk- und
Steinkohlenflöze auftreten. Späterhin ist das Bild der Erdoberfläche
durch plutonische und vulkanische Erhebungen, Bergrutsche pp. noch
vielfach verändert worden.
Ein Glück übrigens, dass der Allerhöchste, als er dem Meere seine
arenzen setzte, der Beihülfe der Diplomaten nicht bedurfte. Diese
hätten die Welt bis zum Ersticken mit diplomatischen Noten angefüllt,
 Gott und die Welt durch ihre Kniffe und Pfiffe gelangweilt
und geärgert, und Noah sässe noch heute im Kasten, weil er wegen der
diplomatischen Ränke und Schwänke nicht wissen könnte, wo er an's
            
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