Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

Nebel einer Erinnerung an alten heidnischen Naturkultus im Frühlinge,
 denn die dortige Gegend war zu heidnischen Zeiten vielfach
bewohnt, wie die nahe Post-Mutation auf dem Stennweiler Walde, die
Reste einer prachtvollen Villa auf dem Eselsrech bei Hirzweiler (Hirtiivilla)(wahrscheinlich
 dem Postmeister zugehörig), Substruktionen
einzelner Gebäude unterhalb Welschbach, welche ich im Jahre 1839
habe aufgraben lassen, einzelne Substruktionen zu Hirzweiler
 ‚, und der Rest eines Grabmales, welches das der Secundiner
 zu Igel] sonder Zweifel an Grösse noch übertroffen hat,
usw. beweisen.

Die Fluten, welche uns diese Kieselablagerungen zurückliessen, scheinen
 die Melaphyr-Mandelstein-Jaspis-Achat-Gebilde noch nicht gekannt
zu haben, wenigstens sind diese garnicht darin vertreten.
Nun wollen wir uns die verkieselten Hölzer und Pflanzen etwas näher
ansehen. Das Volk, welches sich ihrer gern zu Feuersteinen bediente,
nennt sie Stahlfresser. Es sieht aber auch in Pflanzenfüllungen versteinerte
 Pflanzen. Das ist jedoch ein Irrtum. Diese Pflanzen waren
Hohl-oder Rohrpflanzen. Diese füllten sich mit Sand, Ton oder anderen
 Stoffen. Die Pflanze selbst verkohlte entweder, oder sie ging in
Eisenerz oder auch Schwefelkies über, oder sie verkieselte. In
ersterem Falle hängt die verkohlte Pflanze an der Füllung, springt
aber leicht von derselben ab. Die Pflanze hat aber auf der Füllung
ihre innere Form zurückgelassenn, während man die äussere Form auf
dem jene umgebenden Gesteine sehen kann. Ist die Pflanze verkieselt
oder vererzt, so umschliesst sie die Füllung fester, sodass sie oft
nicht mehr davon zu trennen ist. Ich wollte durch diese Bemerkung
namentlich die Bergleute darauf aufmerksam machen, dass sie die
Pflanze von der Füllung derselben unterscheiden mögen. Ich kann hier
nur konstatieren, dass dieselben verschiedenen Holzarten und baumartigen
 Pflanzen angehört haben. Welchen Holzarten und baumartigen
Pflanzen sie aber angehört haben mögen, das vermag ich jedoch nicht
zu bestimmen. Einige Stücke sehen aber so aus, als wenn sie aus dem
Marke oder markartigen Stoffe einer Pflanze entstanden wären. Diese
Holzachate wurden in früherer Zeit sehr gesucht und in grossen Quantitäten
 an der Oberfläche aufgesucht und verkauft.

Es sei mir gestattet, hier eine Notiz über das Alter einer Verkieselung
 vorzutragen. Der am 2. Dezember 1845 hier verstorbene Apotheker
Wittich hat mir bezüglich der Verkieselung des Holzes wiederholt
 nachstehende Mitteilung gemacht, welche ich hier auf seine
Verantwortlichkeit veröffentliche,
Er erzählte mir nämlich, dass, als sein Vater, ebenfalls Apotheker,
vor nun etwa 50 Jahren in den sogenannten Baumgärtgen, am Wege vom
Mainzweiler Begräbnisplatze nach Ottweiler, die Fundamente eines
alten römischen Gebäudes habe aufräumen lassen, er auf ein Holzstück
gestossen sei, welches halb in der Mauer und halb im Grunde gesteckt
habe. Soweit es in der Mauer gesteckt, sei es noch Holz, soweit es
im Grunde gelegen, verkieselt gewesen. Sein Vater habe dieses interessante
 Doppelstück als eine Merkwürdigkeit in die Apotheke genommen,
 wo es dann endlich doch verloren gegangen.
Ich habe an und für sich gar keine Ursache, in die Mitteilung des p.
Wittich Zweifel zu setzen, obgleich eine Täuschung doch insofern
noch immer möglich wäre, dass es einzelne Holzstücke gibt, welche
            
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