Full text : Beitrag zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Ottweiler'schen

Gegend wird daher in Zukunft noch den Bergmannsgruß "Glück auf!"
vernehmen, an der es heute noch mäuschenstille ist. Das wird namentlich
 im Ostertale der Fall sein, welches vom Flöze des Kohlwaldes
bestrichen wird,
Wir haben in unserer Gegend die gewöhnliche Glanzkohle, welche
jedoch an einzelnen Stellen in diese oder jene Kohlenart übergeht.
So erscheint zu Reden sogar die Kannelkohle. Am Ausgehenden, z.B.
Zu Reden, kommt nicht selten auch eine versteinerte Kohle vor.
Dieselbe ist aber nicht brennbar.
Man hat bei aufgeschlossenen Profilen Gelegenheit, einen erstaunlichen
 Wechsel der Ton-, Sand- und Kieselschichten zu beobachten. Die
Kohlenflöze haben in der Regel als Sohlen und als Dach nur Schieferton.
 Es gibt aber auch bezüglich des Daches Ausnahmen; denn bisweilen
 folgen auch Sand oder Konglomerat gleich auf die Kohlen. Die
Fluten des Meers, denen diese Flöze und Bänke ihren Ursprung verdanken,
 haben bei ihrem Walten und Schaffen die ihnen zunächst liegenden
 Ursachen berücksichtigt. Die Konglomerate bestehen durchgehends
aus kleinen weissen Quarzstücken bis zur Faustdicke. Dieselben sind
häufig vom Eisenoxyd-Hydrat rostig angelaufen oder gefärbt. Man
sieht Konglomerate, in denen die Geschiebe abgerundet sind, aber
auch andere, in denen sie zertrümmert und scharfkantig erscheinen.
Während einige letzteres der Heftigkeit der Flut zuschreiben wollen,
glaube ich, dass man dabei auch an die Nähe der Heimat solcher
Geschiebe denken könne. Sollte nicht auch die quarzreiche nordöstliche
 Seite einiges Material dazu geliefert haben? Hin und wieder
findet man auch Stücke Roteisenstein (jedoch gröber als der Rötel).
0b sie durch Verwitterung entstanden, das weiss ich nicht.
Ich komme unten noch einmal auf diese Kieselablagerungen und Konglomerate
 zurück, um sie mit anderen derartigen Vorkommnissen in unserer
 Gegend zu vergleichen.
Es kommt in dem Kohlengebirge aber auch eine feste, feuersteinähnliche
 Masse (von den Bergleuten gewöhnlich "Wacke" genannt) vor. Die
Zerklüftung derselben enthalten verschiedene Spatarten, dann Haarkiese
 usw. Wenn Abdrücke in denselben erscheinen, so sind sie scharf
und dauerhaft. Es kommen auch häufig Füllungen von Kalamiten darin
vor. Unsere Gegend bietet eine ziemlich reiche Steinkohlen-Flora
dar. Dieselben kommen teils in dem Kohlen-Tonschiefer und auch, wie
ich schon vorhin bemerkte, in festem Gesteine vor. Ausser den
bereits oben Genannten noch: Sigillarien, Kalamiten, Equiseten, Lycopodiaceen,
 Lepidodendren, Syringodendron organum, Megaphytum Goldenbergii,
 Nöggerathien usw. Von einigen Pflanzen erscheinen auch Blüten
 und Samenkapseln oder Früchte, z.B. das Trigonocarpium Nöggerathiae
 (von den Bergleuten gewöhnlich Mande 1 genannt), welches
man den Lycopodiaceen zuschreibt. Dann erscheint auch das Gaediocarpum.
 In der Gegend von Lebach erscheint in eisenhaltigen Tonklumpen
(Geoden) auch die Walch ia und bei Bischmisheim die Vol -
tzia heterophylla. Die Abdrücke beider zeigen vorweltliche
 Nadelholzformen. Wie sind diese aber ins Meer gekommen?
Durch Ströme des alten Festlandes oder alter Inseln. Das versteinerte
 Holz, welches sich namentlich im Totliegenden findet, ist
ebenfalls auf diese Weise in den Meersand und Schlamm gelangt und darin
 verkieselt oder auch verkalkt worden.
Die Fauna hat ebenfalls mehrere Glieder, welche dem Steinkohlen-
            
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