Herr Prof. Dr. Mohr zu Bonn behauptet dagegen, dass die Steinkxohlen
im Meere aus Seetangen und ähnlichen Pflanzen gebildet wurden.
Er verwirft daher jede Landbildung derselben, wie auch die
Verwendung des Holzes dazu. Ebenso weist er die in der Nähe der
Steinkohlenflöze vorkommenden Stigmarien, Sigillarien, Lepidodendren,
Kalamiten und Farnkräuter etc. als Bestandteile der Steinkohlen
zurück, während Herr Prof. Dr. Bischoff zu Bonn gerade
diese Pflanzen für die Grundmasse der Steinkohlen hält.
Der Herr Prof. Dr. Mohr sucht seine Behauptung durch den chemischen
Nachweis zu begründen, dass die Seetange und die Steinkohlen
gleiche Bestandteile enthalten, und unterstellt, dass die abgestorbenen
Seetange sich massenhaft auf den Boden niedergesenkt hätten und
dann von Ton oder Kieselgerölle bedeckt worden seien, um unter
dieser Decke zu Steinkohlen verwandelt zu werden. Das habe sich oft
wiederholt und so seien die verschiedenen Flöze entstanden. Durch
die Hebung des Meergrundes in die Höhe gekommen, seien sie späterhin
durch Abwaschung und Abnagung der Gebirge verraten worden.
Wenn ich mir als Laie oder Profaner eine Stimme in dieser Sache
erlauben dürfte, so würde ich offen gestehen, dass mir die Mohr'sche
Ansicht nicht übel gefiele, wenn es mit der Gleichheit der chemischen
Bestandteile der Steinkohlen und der Seetange seine volle
Richtigkeit hätte, Darüber aber haben die Chemiker zu entscheiden.
Ich würde dann den Verlust der eigentlichen Steinkohlen-Periode und
der düsteren Bilder derselben nicht bedauern,
Wer übrigens die Steinkohlenflöze im Zusammenhange mit den übrigen
sie begleitenden Flözen betrachtet, der wird kaum eine andere Meinung
haben können, als dass jene mit diesen eine gleiche Entstehung
durch Anschwemmung haben, und wenn er dabei die Kalkflöze betrachtet,
so wird er sich auch sagen müssen, dass es sich um ein
M4eergebilde handele. 0b aber die Koniferen und die in der Nähe der
Kohlenflöze vorkommenden Pflanzen so strikte und strenge bei der
Kohlenbildung auszuschliessen seien, wie Herr Mohr tut, das überlasse
ich andern zu entscheiden. Ich erlaube mir jedoch, hier daran zu
erinnern, dass sich wenigstens im tauben Kohl noch Pflanzenreste
zeigen, und dass auch die Faserkohle, die auf den Schichtstichen
erscheint, und häufig in Schwefelkies vererzt ist, an Holz oder
Pflanzen erinnert. Die sogenannten Kohlenstiche im Sandstein scheinen
ebenfalls auf Pflanzenreste hinzuweisen, die verkohlt worden.
Ich kann daher auch nicht recht einsehen, wie die Holzarten und die
?flanzen, deren Reste in der Nähe der Steinkohlenflöze erscheinen,
von aller Teilnahme an der Bildung der Steinkohle ausgeschlossen
sein sollen.
In dem Kohlenbecken von Saarbrücken befinden sich wenigstens 164 Flöze,
von denen 77 bauwürdige (von 2 bis 14 Fuss Mächtigkeit) und 87
nicht bauwürdig sind. Die Gesamtmächtigkeit betägt 383 Fuss und auf
einen preussischen Morgen Raum kommen 4 625 490 Zentner Steinkohlen.
Dieselben streichen von Südwest nach Nordost und fallen nach Norden.
Es treten jedoch Verwerfungen ein, wodurch partielle Störungen verursacht
werden. Hier hat die Natur einen Vorrat von Brennmaterial für
viele Jahrhunderte niedergelegt. Derselbe wird in neuester Zeit vielfach
aufgeschlossen. Es werden daher immer noch neue Gruben eröffnet,
um dem Bedürfnisse genügen zu können. Manche Stelle in unserer