Die Pariser werden aber wohltun, wenn sie auf unsere Spiemonter keine
Hoffnung setzen.
ich will nun zur Aufzählung der Formationen übergehen, und bei denen
verweilen, welche in unserer Gegend hervortreten.
|, Die Übergangsformation (Grauwacke, Schiefer usw.)
tritt in unserer Gegend nicht zutage.
DieSsteinkohlenformation.
»
Diese wird uns jetzt besonders beschäftigen. Das Gebiet, welches in
inserer Gegend die Steinkohlen in seinem Schosse birgt, besteht aus
ainer Mulde oder einem Becken, welches bei Kreuznach beginnt und
sich der Länge nach über Saarbrücken hinaus erstreckt. Der Breite
nach beginnt es bei Bettingen ander Prims und läuft
Jis zum Neuweiler-Hofe bei Sulzbach , Dudweijll
er
Seine Excellenz, der ehemalige Berghauptmann der Rheinprovinz, Herr
von Dechen zu Bonn, sagt über die Tiefe dieses Steinkohlenbeckens:
"Ich habe nach wiederholten Aufnahmen gefunden, dass das unterste
KXohlenflöz, welches in der Gegend von Dudweiler bekannt ist, bei
Bettingen, nordöstlich von Saarlouis bis 19406' und 20056 Fuss (9/10
geographische Meilen) unter den Meeresspiegel herabgeht."
An der Nordwest- und an der Nordseite wird das Kohlenbecken von dem
reich von Quarzgängen durchschnittenen Tonschiefergebirge des Huns-“ückens,
des Soon-, Idar- und Hochwaldes begrenzt und dann von den
dorphyr-, Melaphyr- und Mandelstein-Bildungen eingeengt und unterbrochen,
an der Ost- und Südseite dagegen schneidet eine, vom Donnersberge
kommende und über Mittelbexbach, Schnapjach,
St.Johann und der Rossel nach bis in Frankreich
ziehende Verwerfungskluft dasselbe ab. Als man zurzeit auf der
Schnappach einen Stollen gegen das Gebirge antrieb, stiess man
jenseits dieses Gebirgsspaltes auf die bunte Sandsteinformation, die
wie eine Mauer entgegentrat. Das Gebirge jenseits der erwähnten
<luft ist gesunken, die Kohlen darunter liegen also weit tiefer, als
die diesseitigen, sodass sie, wenn überhaupt, nur mit grosser Mühe
ınd vielen Kosten ausgebeutet werden können. Das Haupt-Steinkohlenzebiet
liegt im Preussischen, Baiern hat nur einige Vorstösse der
Flöze in sein Gebiet, z.B. bei St.Ingbert, Mittel-5exbach,
Breitenbach , usw.
Hier kann man wohl die Frage berühren: Wie sind die Steinkohlen entstanden
oder aus was bestehen sie?
Man hat bisher angenommen, dass die Steinkohlen durch torfähnliche
3ildungen entstanden seien, die, überlagert, zusammengepresst und
von Schwefelsäure durchdrungen wurden. Auf der Überlagerung seien
dann neue derartige Bildungen entstanden und dadurch hätten sich die
verschiedenen Flöze gebildet, Andere haben zu diesem Ende grosse
aebüsche von Wasser- und Sumpfpflanzen sich ablagern lassen. Wieder
andere haben geglaubt, dass man es mit verkohlten Ablagerungen von
Holz und Pflanzen, wie bei der Mündung des Missisippi, zu tun habe.
Es wurde dabei auch vielfältig angenommen, dass die Hölzer und
Pflanzen, aus denen die Steinkohle bestehe, auch an Ort und Stelle
Jewachsen seien.