Zahl von Jahren anzunehmen. Von dieser Seite ist den Offenbarungsgläubigen
daher nicht beizukommen. Das ist bei den sechs Tagen ebensowenig
der Fall. Dass das Wort J om des Moses bei den drei ersten Schöpfungstagen
nicht eine Zeit von Tag und Nacht oder einen heutigen Tag
bezeichnen könne, das liegt am Tage. Man ist auch garnicht genötigt,
eine Zeit von 24 Stunden dafür anzunehmen. Das Wort selbst lässt die
Bezeichnung Epoche zu. Wer nun sechs Epochen annimmt, kann sich diese
nach Belieben lang machen“ oder ausdehnen oder sich Zeit genug nehmen.
Die Offenbarungsgläubigen wollen nur, dass man annehme, der Allmächtige
habe die Welt auch in ein em Augenblicke durch seinen Willensakt
setzen oder erschaffen können, denn man darf die Allmacht des Ewigen
nicht beschränken.
0b darauf er aber Himmel und Erde zugleich oder in einer gewissen
Aufeinanderfolge geschaffen habe, ehe er den Menschen auf die Erde
setzte, das kümmert die Offenbarungsgläubigen an und für sich wenig.
Moses gibt aber eine so naturgemässe Aufeinanderfoilge der Schöpfungstage
oder Epochen, dass sich von wissenschaftlicher Seite nichts Erhebliches
dagegen erinnern lässt. Obgleich es etwas beschämend für uns
Männer ist, so muss ich doch bemerken, dass unsere Landsmännin, die HI.
Hildegard (Geb, zu Schloss Böckelheim und gestorben auf dem Ruppertsberge
bei Bingen) auf Befragen eine Erklärung gegeben hat, gegen welche
von naturwissenschaftlicher Seite gar keine Einwendung mit Erfolg gemacht
werden kann.
Sie sagte nämlich: Die sechs Tage bezeichnen die Schöpfungswerke und
sind eine Aufzählung derselben, nämlich: 1. das Licht 2. der Luftkreis
oder die Atmosphäre, 3. die Scheidung des Wassers von der Erde und die
Pflanzen, 4. die Sonne, der Mond und die übrigen Himmelskörper, 5. die
Wassertiere und die Vögel und 6. die Landtiere und zuletzt der Mensch.
Die Offenbarungsgläubigen gehen von dem Grundsatz aus, dass die Offenbarung
und die Schöpfung sich nicht einander widersprechen können, denn
beide stammen von Gott. In diesem aber ist kein Widerspruch, er mag nun
eine Welt erschaffen oder sich dem Menschen besonders offenbaren. Die
Offenbarungsgläubigen suchten deshalb auch die wahren Ergebnisse und
Erfolge der wissenschaftlichen Forschung nicht; sie rechnen auch nur
mit wahren Ergebnissen und Erfolgen, aber nicht mit Ergebnissen, die
noch keineswegs abgeschlossen und festgestellt sind, noch weniger aber
mit Hypothesen und Einfällen, die wie Pilze über Nacht hier und da
auftauchen, um schnell wieder durch die Tagesordnung ernster Forschung
beseitigt zu werden.
Nach dieser Abschweifung, die man mir zugute halten möge, will ich
meinem Ziele um einen Schritt näher treten und die Frage aufwerfen: Was
war unser Erdball ursprünglich, und ist er durch Feuer oder Wasser
gebildet worden? - Ich will bei der kurzen Beantwortung dieser Frage
das vorgebliche Ringen der Elemente und Atome, sich nach physikalischen
ind chemischen Gesetzen anzuziehen und abzustossen, zu verbinden und zu
ordnen, hier übergehen und nur folgende Sätze anführen:
Es ist anzunehmen,
1, dass der Erdball ursprünglich eine we ich ee Masse gewesen
und
dass diese ( durch irgend einen Anstoss, welcher der Wissenschaft
jedoch unbekannt ist), in eine rotierende Bewegung geräa-2