Full text: Wörterbuch der Mundart des Saarbrücker Landes

Bromms -— Brust 
Bromms f. [Uchtelf.] == Be- 
zeichnung für den Ofen, 
Broschel [w. d. Theel] = 1. 
größte Art Drahtnägel; 2. Nagel 
am Pflug; wohl zu franz. broche 
- Spieß, Vorstecknadel. 
Brot n. = das Brot; Rds, 
„die hann’s Brot nit iwer Nacht 
dehemm“ [Sb], „die han ke Brot 
iwer Naacht em Hous“ [Sulzb.] 
= die sind so arm! Zuss. Brot- 
ref [Sb] f. (oder 'n.?) == hoch- 
hängendes Brett (im Keller), auf 
dem die Brotvorräte aufbewahrt 
wurden; Brotkrachelcher |Sb] 
pl. == geröstete Brotwürfel. 
brote v. = braten. Dazu 
brädele [Sulzb.] = bräteln; 
Rds. „sel Motter hat em emer 
allerhand gebrädelt on gebäckelt“; 
brotsele und brutsele [Güd. 
brutschele] == das Geräusch beim 
braten verursachen. Dazu: ver- 
brotseld = verbraten; Brotsel- 
supp [Sb] ii. = Verweis; z. B. 
‚er hat Brotzelsupp krie’t‘‘. 
Bruch I = 1. Sumpf[Stennw.]; 
2. nasse Stelle. im Gartenland 
[Guichenbach]. 
Bruch! — 1. in der bergm. 
Rds. „die Streck es em Bruch‘ 
=— sie fällt zu, stürzt ein; 2. Rds. 
em Bruch senn [Sulzb.] = in 
Nöten sein. adj. bruchfällig 
in der Rds. sich bruchf. gewe 
[Sb, Sulzb.] = sein Unrecht ein- 
gestehen. 
brudele [Sb, Sulzb.] v. = 
I. brodeln. Auch die Pfeife, die 
Wasser enthält, brudelt [Sulzb.]; 
2. unordentliche Arbeit machen. 
Brühling [Eppelb., Neunk.] = 
halbjähriges Schwein. 
brühzig [St. Joh. bridsig, 
Eppeib. brühzig, Neunk. brühig] 
— hrütlustie. 
Brullies [Sb, Sulzb.. Neunk.] 
= 1. Wortschwall; Rds. Brullies 
mache; 2. Gemenge [Neunk.]; 
frz. brouille== brouillerie = Zwist. 
Mißhelligkeit. 
brummele |Sb] v. = summen, 
‚om Ofen gesagt: „wann’s Feier 
duddert‘ (s. d.). dann brummelt 
der Herd‘. 
Brunkel [Sb brungel] pl.-e, f., 
= Anschwellung der Haut, meist 
von Insektenstich. Zuss. Floh- 
brunkele = Flohstiche. 
brunkig [Sb, Sulzb., Neben- 
form brunkdich] adi. = gewitter- 
drohend, schwül; z. B. der 
Himmel is so brongich! [Sulzb.] 
brunse [Sb, Sulzb. bronse] 
SW. V. == harnen. Abl. brunzele 
"Sbl. 
bruse [Sb, Güd., Sulzb. brüse| 
3W. V. 1. werfen (heftig); 2. in 
Xleidern ‘prunken [MS 1833 
Schw. 11]; Rds. &m e Brand 
dehin bruse [Sulzb.] = einem 
einen Vorwurf machen. 
Brus [Sb, Sulzb., Kleinbl 
arüs] if. = 1. Brause; 2, Erregt- 
heit; Verschen: 
Weil die Kinn net folge wolle. 
Die doch gäre folge sollten, 
Kam die Naobersch in. die Brus 
Un verlor fascht ganz die Schnus 
(s. dass.) [Kleinbl.]. 
3. = Maikäferflug in der Rds 
‚jetzt is die Brus‘‘ [Sulzb.]. 
Brusert [Saarbergm.] == Holz 
hebel. 
Brust f. 1. Brust; 2. = Vor- 
hemd [Neunk.]; :3. übertr. =— 
Mut; „jetzt hat er weder Broscht“ 
[Sulzb.] == jetzt hat er wieder 
Mut. Zuss. Bruschtlabe [Güd, 
Sb, Bischm.] = Weste; Rds. 
ebbes unner de Br. schaffe == 
essen: Bruschtkaschde m. ==
	        
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