Full text: Wörterbuch der Mundart des Saarbrücker Landes

Äche — allemol 
z. B. do gets ebes ordeliches se 
achele! Hebr. achal = essen. 
Ache [Sb, Fürstenb., Sulzb., 
Eppelborn] m. == Nachen. 
acht passe [Sulzb.] = auf- 
merken; z. B. paß mol acht! — ad 
tun [Eppelb.,Neunk.] = bemerken 
ada [ada. Sulzb., äda St. Joh. 
inter]. = Ade! So sagt man zt 
den kleinen Kindern und winkt 
dabei mit der Hand; adaä (dada) 
gehn = sagt man von dem Aus- 
getragenwerden der Kinder 
[Sulzb.]; se ware schon dada 
= schon fort [Sulzb.]; er es 
dada = er ist gestorben [Sulzb.] 
Adamskrutz [Sb adamskruts| m. 
= Kropf, Gurgel. Der Krutz (s. d.) 
ist eigentlich das Kerngehäuse des 
Apfels, hier in übertragenem Sinne 
der Kehlknorpel. 
Ädem [Kr. Ottw.] m. == Eidam, 
wird allmählich durch Tochter 
mannersetzt; Scholl 90. mhd. eiden 
adchee [Sb adjes, adche, Sulzb. 
adches] — adieu. Während des 
Weltkriegs durchweg durch „Auf 
Wiedersehn!“ verdrängt. 
Äderbisser [Sb] m. = kleiner. 
vöser Hund. 
Advokateschniß[Schiffw.,Neun- 
kirchen advogädeschnis] = heißt 
einer, der viel und gewandt spricht 
s. Schniß. 
Äfelerschpuder [Efelerschpuder 
Sulzb.] = grober, hitziger deut- 
scher Michel; „so e Äfelersch- 
puder!“ [Sulzb.] 
Aff m. = Affe; als Schimpfwort 
gebraucht zur Bezeichnung ge 
zierten Wesens [St. Joh.] Zuss. 
Aiffebumad f.==Speichel, Spucke 
[Sb]. — Adj. affig == affektiert 
[St. Joh., Eppelb.]. Verb. affen 
— Maulaffen feilhalten [Eppelb.] 
Agat [agät Sb] = Achat. 
Ahm, ähmig, ähmen s. Ohm. 
Ai interj. == ei, Kr. Ottw. Dann 
Ausdruck der Zärtlichkeit: Die 
Mutter läßt das Kind scherzend 
„ai, aich‘‘ machen, d. h. sie 
nimmt die Hand des Kleinen und 
streichelt sich damit mit den 
Worten _„ai, aich“ die Wange 
"Sulzb.] 
Aiaiche [Sb] = empfindlicher. 
kindischer Mensch. 
äks [äx MS, &ks Sulzb., äksch 
Neunk., äks Kr. Ottw ] = inter]. 
1. des Ekels und 2. des Spottes, 
äks, schaw e Riibche! = spotten- 
der Ruf mit’ schabender Finger 
bewegung. cf. bäks. 
allähoi s. allo. 
alert [Sb alert, Eppelb. Neunk. 
aleert] adi. — munter, frisch, wohl- 
gemut. frz. alerte. 
älezig [Enletsich Sulzb., Sb ehn- 
letzig, Sb Eledsig, älätzig Dudw. 
u, Umgeg:] adj. = einzelner, ein 
einziger, z. B. Groschen; e äled: 
siges Kind, das keine Geschwister, 
keine Gespielen hat; e äledziger 
Baam = ein alleinstehender Baum. 
mhd. einlütze. 
All [w. d. Th.] subst. n. = viel, 
eine Menge, z. B. en All Leute. 
. allegar [alegar Sb, alegär und 
alegäre Sulzb., allegären Eppelb.,, 
Neunk.] unbest. Zahlwort = alle 
insgesamt. 
allegebot[allegebot Sulzb.,allen- 
gebott Eppelb.,Neunk. adv. = oft 
bei jeder Gelegenheit. Verg! 
hochd. Aufgebot. 
allemininzigenanner [Sb] un- 
best. Zahlwort — allemiteinander: 
das Wort ist wohl eine Scherz- 
bildung. 
»  allemol [allemgl Sulzb., Sb] =— 
reilich. selbstverständlich. z. B.
	        
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