Full text : Abweichungen der Mundart des Kreises Ottweiler vom Hochdeutschen nebst einem Verzeichnisse mundartlicher Ausdrücke

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Vordergrund seines Bewußtseins der von ihm gemeinte Mann
steht, der Zuhörer aber bleibt im Unklaren und weiß nicht, von
welchem Manne gesprochen wird. Aus demselben Grunde erklärt
sich auch die beliebte Anwendung möglichst allgemeiner Gattungs—
namen wie: Dings, Sachen, Getiersch, Grüns u. s. w. Solche
Wörter genügen dem Sprechenden, weil er eine bestimmte Vor—
stellung hat, und sind eine große Bequemlichkeit für ihn, genügen
aber nicht dem Zuhörer, der sich darunter nichts Bestimmtes vor—
stellen kann. Ueberhaupt ist gerade die genaue Bezeichnung der
Dinge, die man meint, einer der wichtigsten Momente für die
Verständlichkeit der in Rede und Schrift ausgedrückten Gedanken,
und es ist nötig, daß die Schule sich mit der diesbezüglichen Genüg—
samkeit der Mundart nicht bescheidet, sondern die Kinder anleitet,
die Dinge genau so zu bezeichnen, daß der Zuhörer sie sofort mit
Bestimmtheit erkennen kann. (Beispiele aus dem Schulsaale: die
2. Bank in der mittleren Reihe, meine Bank, die Bank vor dem
Pulte, hinter dem Ofen, die zerbrochene Bank, die Bänke an der
hinteren Wand, die Bänke mit Klappsitzen, die leeren Bänke.)
Bezüglich der Uebereinstimmung von Subjekt und Prädikat
in der Zahl macht die Mundart einen Fehler beim Gebrauch der
Wörter: Menge, Paar, Reihe, Anzahl, Haufe, Truppe u. a. indem
sie die darauf folgende Aussage in die Mehrzahl setzt. (Eine
große Menge Kinder hatten die Aufgaben nicht gemacht. Ein
Paar Strümpfe lagen auf dem Stuhle. Ein Dutzend Stahlfedern
kosten 18 Pfennig. Ein Trupp Soldaten zogen durch unsern Ort.
Auch der beim Rechnen so häufige Fehler 54P&b sind 13, statt 548
ist 13 sollte nicht durchgelassen werden. Sehr verbreitet ist die
Wiederholung des Subjekts durch ein Fürwort. (Der Klein, der
hat gestern Droscheln gestrippt. Dem Renner sein Pferd, das kriegt
mehr Schläge wie Hafer).
Da die Mundart den 2. Fall fast nicht gebraucht, sind auch
diejenigen Tätigkeits-und Eigenschaftswörter, die eine Ergänzung
im 2. Fall fordern, wenig bekannt; sie werden umschrieben oder
mit anderen Formen verbunden. (Er bedient sich den Ausdruck.
Das gedenkt mir nicht mehr. Unsere Kinder schonen ihre Sachen
zu wenig. Sie spotteten über den alten Mann. Aber: Er hat
sich seiner erbarmt.)
An anderer Stelle wurde bereits dargestellt, daß die mittels
einen, seinen, meinen u. s. w. gebildete Ergänzung fälschlich in
            
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